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Eine Woche Teilöffnung: So sieht der Handel die Lage

Imago Images/Rüdiger Wölk
Am ersten Samstag nach der Teilöffnung der Läden waren die Fußgängerzonen schon wieder belebt. Der Modehandel profitierte davon nicht wirklich.
Am ersten Samstag nach der Teilöffnung der Läden waren die Fußgängerzonen schon wieder belebt. Der Modehandel profitierte davon nicht wirklich.

Einigermaßen zufrieden, Angst vor Rabattschlachten, Hoffnung auf die Öffnung aller Geschäfte – so lässt sich die Stimmung im Modehandel nach der ersten Woche mit der Teilöffnung der Läden beschreiben. Knapp zwei Drittel der Modehändler war mit dem Restart zufrieden.

Das ist eines der Ergebnisse einer Online-Befragung der TextilWirtschaft unter mehr als 200 Führungskräften im Handel an diesem Montag. Das Ergebnis relativiert sich ein wenig, da die Meisten die Messlate für diese erste Woche der Teilöffnung nicht sonderlich hoch gehängt hatten. Lediglich 30% sagten, sie hätten von dieser Neueröffnungswoche mehr erwartet.


Die Umsätze waren bei knapp der Hälfte deutlich niedriger als in einer „normalen“ Aprilwoche. Ähnlich sah es auch mit der Frequenz aus. Völlig uneinheitlich ist das Bild in Sachen Kaufverhalten der Kunden. Jeder zweite Händler sagte, seine Kunden seien zurückhaltender als sonst gewesen.

In der Höhe der Bons spiegelte sich das indes nicht wider. Danach gefragt gab die Hälfte der Händler eine höhere Conversionsrate an. Jeder dritte Händler verzeichnete höhere Bons. „Die Frequenz war zwar niedriger, dafür hatte aber praktisch jeder Kunde auch eine Kaufabsicht. Der Preis spielte überhaupt keine Rolle“, so ein Händler. Deutlich stärker in Shopping-Laune waren die Frauen, die Händler mit DOB-Sortimenten waren durchweg zufriedener mit den Umsätzen als ihre Kollegen mit HAKA-Geschäften.

Wann wird wieder Normalität einkehren? Einen im Vergleich zu der vergangenen Woche massiven Schub bei Umsatz und Frequenz erwarten die Modehändler durch das Öffnen aller Stores unabhängig ihrer Größe und vor allem der Gastronomie. 66% der Befragten wünschen sich, dass auch die größeren Handelsformate wieder öffnen dürfen. Erst das werde die Innenstädte wirklich wieder beleben und die Geschäfte ankurbeln können. Von Ausnahmen abgesehen, seien die meisten Käufe im Fashionbereich Bedarfskäufe. Erst das Flanieren in der Stadt werde auch wieder zu Lustkäufen führen.

Gleichzeitig könnte das Öffnen von große Stores aber auch zu  „massiven Rabattschlachten“ führen, heißt es von vielen der Händler. Skeptisch betrachtet wird auch die Maskenpflicht. Sie wirke sich auf die Stimmung der Kunden aus und werde zum Problem, sind sich viele einig. „Die Maskenpflicht wird den Kauf von Mode nahezu lahmlegen, da bleiben alle Emotionen auf der Strecke“, heißt es.

Hilft die Maskenpflicht der Frequenz?

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