Börsennotierter Filialist

Adler kassiert die Prognose für 2020

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Adler, hier Verwaltung und Flagship-Store in Haibach, betreibt 172 Filialen in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz.
Adler, hier Verwaltung und Flagship-Store in Haibach, betreibt 172 Filialen in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz.

Die börsennotierte Adler Modemärkte AG hat aufgrund der Schließung aller 172 Filialen in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz die Prognose der Geschäftsentwicklung 2020 zurückgenommen.

Eine entsprechende Nachricht hat das Unternehmen am Mittwochabend veröffentlicht. Darin heißt es, dass der Vorstand festgestellt habe, die veröffentlichte Prognose nicht mehr erreichen zu können.

Für 2020 wurde bislang ein Umsatz in etwa auf Höhe des Vorjahreswertes von rund 495 Mio. Euro erwartet sowie ein Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) zwischen 66 und 69 Mio. Euro. „Aus heutiger Sicht werden der Konzernumsatz und das Ebitda im Jahr 2020 geringer ausfallen als ursprünglich prognostiziert“, heißt es.

Nach dem ertragsseitig guten Jahr 2019, bei dem mit einem Ebitda von 70 Mio. Euro die eigene Prognose (64 bis 69 Mio. Euro) übertroffen wurde, hatte Adler für dieses Jahr große Pläne. Das Programm zur Schließung von Läden läuft aus, laut CEO Thomas Freude ist das Unternehmen insgesamt mit der Strategie 2020 zur Neujustierung des Filialisten gut vorangekommen. Und angesichts der mit 70 Mio. Euro gut gefüllten Kasse sollten die Signale wieder in Richtung Expansion gestellt werden. In Zell am See sowie in Fohnsdorf, beide in Österreich, hat Adler kürzlich bereits neue Märkte eröffnet, in der Schweiz wurden Immobilien gesucht. Und auch in Deutschland hat der Vorstand noch viel Potenzial gesehen. Diese Pläne dürften durch die Corona-Krise auf absehbare Zeit auf Eis gelegt sein.

Der Finanzmarkt reagierte abwartend auf die Nachricht. Bis zum Mittag des heutigen Tages wurden nur 80 Aktien gehandelt. Allerdings ist der Streubesitz mit 26,9% relativ gering. Der etwa im November des vergangenen Jahres einsetzende Aufwärtstrend der Aktie ist allerdings gestoppt. Nach dem 52 Wochen-Hoch von 5,16 Euro am 24. Februar schwankte der Kurs bis zum heutigen Mittag zwischen 3,11 und 2,87 Euro.
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