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Corona-Auswirkungen auf Bangladesch

"Achillesferse unserer Branche"

Denim Expert
 Mostafiz Uddin
Mostafiz Uddin

Die Corona-Krise in China hat auch gravierende Folgen für die Textil- und Bekleidungshersteller in Bangladesch. Die starke Abhängigkeit von der Volksrepublik sei in vielerlei Hinsicht fatal, sagt Mostafiz Uddin. Der Chef des bangladeschischen Jeansherstellers Denim Expert und Organisator der Messe Bangladesch Denim Expo hat sich in einem Beitrag in der in Dhaka erscheinenden Tageszeitung „The Daily Star“ mit den Corona-Auswirkungen auf sein Land auseinandergesetzt.

Udin schreibt seinen Informationen nach, seien vor allem die ausbleibenden Rohstoff-Lieferungen ein Problem. Bangladesch ist bei Stoffen, Garnen und Zutaten extrem abhängig von China. Über 50% der Textilien und Zutaten müssten importiert werden. Dazu kämen noch 40% Einfuhren von Maschinen und Ersatzteilen für Fertigungsmaschinen.


Zwar habe das Rohstoffmanagement in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gemacht, allerdings sei man von einer Vertikalität bei der Produktion von Mode noch weit entfernt. Das mache Bangladesch abhängig, sei die Achillesferse des Landes. Es bestehe die Gefahr, dass sich einige Unternehmen von den aktuellen Problemen nicht wieder erholten.

Viele Unternehmen seien nun auf der Suche nach anderen Lieferländern für die benötigten Stoffe und Zutaten. "Das wird nicht leicht, da das Angebot weltweit begrenzt ist und somit die Preise steigen könnten", so Uddin. Dadurch würden sich auch die Preise in Bangladesch erhöhen. "Ob die Auftraggeber das akzeptieren, ist eine andere Frage."

Uddin plädiert dafür, Bangladesch hinsichtlich der Fertigung von Rohstoffen besser aufzustellen. Man müsse langfristig unabhängiger werden. Uddin: "Es gibt keinen Grund, warum nicht ein Großteil dessen, was wir aus China importieren, in Bangladesch produziert werden kann. Wir könnten dadurch zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und das Bruttoinlandsprodukt steigern." Die Entwicklung einer eigenen Lieferkette für Rohstoffe und Stoffe "ist ein Muss". Daher sollten auch für ausländische Investoren Anreize geschaffen werden, sich am Aufbau einer solchen Infrastruktur in Bangladesch zu beteiligen.

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