Corona-Krise

Bei Tom Tailor wird das Geld knapp

Bei dem nächsten Mainstream-Unternehmen wird es eng. Gerade erst hat Esprit ein Schutzschirmverfahren beantragt, nun warnt Tom Tailor vor erheblichen Finanzierungsrisiken.

Tom Tailor hat erhebliche Liquiditäts- und Finanzierungsprobleme: "Aufgrund der Unsicherheit über die weitere Entwicklung in den Absatzmärkten sieht der Vorstand in der kurz- und mittelfristigen Liquiditätsplanung derzeit deutliche Planungsrisiken", teilte das Unternehmen am Montagabend ad-hoc mit. "Diese beinhalten sowohl das Risiko der Nichteinhaltung von Kreditkennzahlen als auch das Risiko von Liquiditätsengpässen", heißt es weiter.

Bereits jetzt sei ein erheblicher Umsatz- und Ertragsrückgang im ersten Quartal 2020 zu verzeichnen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Tom Tailor Group, zu der auch Verlustbringer Bonita gehört, seien derzeit noch nicht quantifizierbar. Der Vorstand, dem der ehemalige S.Oliver-Chef Gernot Lenz vorsteht, habe bereits umfangreiche betriebliche Kostenmaßnahmen in die Wege geleitet.



Zudem beabsichtigt das Hamburger Unternehmen, die in Europa angekündigten finanziellen Unterstützungsprogramme im Rahmen der Covid-19 Krise zu beantragen. "Dazu gehören unter anderem staatliche Finanzierungsprogramme, Kurzarbeit, die bereits von der Gesellschaft für die eigenen Filialen beantragt wurde, sowie die Stundung von Steuerzahlungen."

Augrund dieser Unsicherheiten wird das Unternehmen am 31. März 2020 nur vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 veröffentlichen und nicht wie ursprünglich geplant den vollständigen Jahresabschluss 2019. Die Marktbedingungen hätten sich in fast allen relevanten Märkten der Tom Tailor Group im Zusammenhang mit der Corona- Krise verschlechtert − und damit auch die Risiken für die Finanzierungs- und Liquiditätssituation des Konzerns. Das Unternehmen musste vor dem Hintergrund der anhaltenden Ausbreitung des Coronavirus die eigenen Filialen in den meisten europäischen Märkten bis auf Weiteres schließen. Auch der Wholesale sei durch Einschränkungen der jeweiligen europäischen Staaten in großem Maße betroffen. Der Onlinehandel sei aktuell nicht betroffen.
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