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Corona-Krise

Engpässe bei den Herbst-/Winterkollektionen wahrscheinlich

Imago Images/Westend61
Sollte die Fertigung in China nicht schnell wieder anlaufen, drohen Lücken bei den Herbst-/Winterkollektionen.
Sollte die Fertigung in China nicht schnell wieder anlaufen, drohen Lücken bei den Herbst-/Winterkollektionen.

Die meisten Lieferanten sind angesichts der Corona-Epidemie noch recht entspannt, Beschaffungsexperten indes warnen vor weitreichenden Folgen der Krise. Betroffen davon könnte vor allem die Fertigung der Herbst-/Winter-Kollektionen sein.

Bei den Lieferungen aus China wird es zu Engpässen kommen, davon ist GermanFashion-Beschaffungsexperte Thomas Ballweg überzeugt. In diesem Frühjahr wird aber wohl nur ein bisschen weniger Ware als üblich verfügbar sein. So ähnlich sieht das auch Tom Tailor. "Derzeit gehen wir davon aus, dass sich die Auswirkungen in der Mai-/Juni-/Juli-Lieferung in Maßen halten", so eine Sprecherin. Allerdings nur, wenn die Produktion bis Mitte März wie geplant wieder bei 100% sei.

Einige Anbieter versuchen Aufträge auf andere Fertigungsländer umzuschichten, um so auf der sicheren Seite bei den Lieferterminen für Herbst/Winter zu sein. Denn bei diesen Programmen könnte es, geht man vom klassischen Kollektionsrhythmus aus, wirklich eng werden, rechnet Beschaffungsexperte Jan Hilger vor. "Wenn die Rohware jetzt nicht fertig werden kann und in die Pipeline kommt, wird es zu signifikanten Problemen in der Supply Chain kommen."

Einfach so umschichten auf andere Produktionsländer halten sowohl Ballweg als auch Hilger für schwierig. Die Ausweichländer in Asien, aber auch die Türkei und Osteuropa sind stark abhängig von den Vorprodukten aus China. Und sie fehlen aufgrund es immer noch herrschenden Stillstandes in einem Großteil der Fabriken in der Volksrepublik. Hinzu kommt, dass sich nicht jedes Produkt überall herstellen lässt. Das sieht auch Barbara Lebek-Geschäftsführer Justus Lebek so. "Uns sind die Hände gebunden. Die Herstellung eines so komplexen Produkts in so kurzer Zeit nach Europa zu verlagern, ist unmöglich. Alternative Produktionsstätten wären nur innerhalb Asiens vorstellbar."

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