Corona-Krise führt zu Rekordeinbruch des Ifo-Geschäftsklimaindex

Stimmung auch im Modehandel auf dem Tiefpunkt

So schlecht wie jetzt war die Stimmung in der deutschen Wirtschaft noch nie. Das zeigt der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts für den April. Der Index für die Gesamtwirtschaft stürzte um knapp 12 Punkte ab. In der Bekleidungs- und Schuhbranche war das Minus noch deutlich höher.

So zeigt die Sonderauswertung für die TextilWirtschaft, dass das Geschäftklima in der Sparte Bekleidung im April um mehr als 40 Punkte abrutschte, in der Schuhbranche sank der Index ebenfalls um mehr als 40 Punkte.

Rekordwerte gab es auch bei der Bewertung der aktuellen Geschäfts- und Umsatzlage. Wenig überraschend, angesichts der im April überwiegend aufgrund der Corona-Krise geschlossenen Läden, bewerteten die Bekleidungs- und Schuhhändler diese so schlecht wie noch nie zuvor. Kritische Punkte waren neben der unzureichenden Kundennachfrage nach Bekleidung und Schuhen auch Schwierigkeiten bei der Finanzierung sowie der steigende Lagerbestand. Bezüglich der Geschäftslage in den kommenden Monaten sind die Schuhhändler etwas optimistischer als die Bekleidungshändler.

Generell blickte die deutsche Wirtschaft noch nie so pessimistisch auf die kommenden Monate wie in diesen Tagen. "Die Corona-Krise trifft die deutsche Wirtschaft mit voller Wucht", heißt es so vom Ifo-Institut.



Ifo-Geschäftsklima - Die Systematik
Das ifo Geschäftsklima basiert auf ca. 9000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes,des Dienstleistungssektors, des Handels und des Bauhauptgewerbes. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Sie können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monaten als "günstiger", "gleich bleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger". Das Geschäftsklima ist ein transformierter Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden die transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2015 normiert.

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