Nach Schließungen wegen Corona-Krise

H&M: März-Umsätze um 46% eingebrochen

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Der Großteil der H&M-Filialen, wie diese auf der Frankfurter Zeil, sind geschlossen - das zieht H&M in die roten Zahlen.
Der Großteil der H&M-Filialen, wie diese auf der Frankfurter Zeil, sind geschlossen - das zieht H&M in die roten Zahlen.

Die Corona-Krise zieht H&M in die roten Zahlen. Für das zweite Quartal erwartet der schwedische Modefilialist "sehr negative Auswirkungen" des Coronavirus auf das Geschäft und rechnet mit Verlusten.

Im ersten Quartal 2019/20, das von Dezember bis Ende Februar lief, steht trotz der schwierigen Lage in China noch ein Plus, wie der Konzern am Freitag in Stockholm berichtete. Im Vergleich zum Vorjahr konnte das Unternehmen die Umsätze um 8% auf 54,95 Mrd. Kronen (rund 5 Mrd. Euro) steigern. Besonders gut lief es online für die Schweden. So kletterten die E-Commerce-Umsätze um 48% in die Höhe. Im wichtigsten Einzelmarkt Deutschland hat H&M überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Die Erlöse sind um 13% auf 706 Mio. Euro gestiegen. Und das, obwohl sich die Zahl der Filialen im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt um 6 auf 460 verringert hat.

Für das jetzt laufende zweite Quartal sieht es für den Gesamtkonzern allerdings nicht gut aus: Im März endete die Erfolgswelle aufgrund der rapiden globalen Verbreitung des Coronavirus abrupt. Die Umsätze brachen ein. Laut H&M mussten bis zum 31. März 3.778 der 5.065 Stores geschlossen werden, darunter Filialen in den für den Konzern wichtigsten Märkten wie Deutschland, Italien und Spanien. Die Folge: Die Umsätze gingen um 46% im Vergleich zu März 2019 zurück. Immerhin konnten die Online-Erlöse in lokalen Währungen noch um 17% gesteigert werden. Die Onlineshops werden derzeit nach Unternehmensangaben noch in 47 von 51 Märkten betrieben.

Die Umsatz-Entwicklung von H&M in China.
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Die Umsatz-Entwicklung von H&M in China.
Derweil erhole sich die Nachfrage in China wieder. Fast alle Stores hätten dort wieder aufgemacht, die Verkäufe stiegen allmählich an. Insgesamt erwartet H&M allerdings, dass das zweite Quartal "sehr negativ" durch die Corona-Krise beeinflusst wird, und das Unternehmen Verluste macht.

H&M prüft, ob Entlassungen erforderlich sind

Um die Auswirkungen des Coronavirus abzuschwächen bzw. auszugleichen, hat H&M diverse Schritte eingeleitet. Beispielsweise sei die Dividende für Aktionäre ausgesetzt worden, Produkt- und Einkaufspläne würden angepasst, Mietzahlungen ausgesetzt und für die Mitarbeiter sei Kurzarbeit beantragt worden. Von der Kurzarbeit sind laut H&M "zehntausende" Mitarbeiter betroffen, eine genaue Zahl könne man noch nicht angeben. Zudem ziehe das Unternehmen nun auch Entlassungen in Betracht. 

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