Corona-Krise

Lieferanten müssen informieren

Die Corona-Folgen für die deutschen Lieferanten der Mode- und Schuhindustrie könnten gravierend sein und sie könnten zeitversetzt eintreten. Vor allem, wenn Liefertermine nicht eingehalten werden, weil ein Glied in der Beschaffungskette ausfällt. Davor warnt die Modint Branchen Creditmanagement GmbH, ein Dienstleister für die europäische Fashion-, Textil- und Schuhindustrie. Er ist aus dem niederländischen Modeverband Modint hervorgegangen.


Es sei mitnichten so, dass unter dem Verweis auf „höhere Gewalt” Schadensansprüche wegen Lieferverzögerungen abgewehrt werden könnten. In den Niederlanden hätten bereits mehrere große Retailer bei ihren Lieferanten klargestellt, dass sie Abweichungen von Liefervereinbarungen mit dem Hinweis auf Corona nicht akzeptierten. Ob das Argument "höhere Gewalt" greift, hängt nach Modint-Angaben von mehreren Punkten ab.

Die Fragen:

  1. Ist das Thema "höhere Gewalt" in den AGBs des Liefervertrages geregelt und wie?
  2. Sind die AGBs wirksam vereinbart, vor allem bei Exportkunden, oder gelten die gesetzlichen Bestimmungen?
  3. Welches Recht wird beim Exportkunden angewendet?
  4. Wann wurde der Vertrag im Zusammenhang mit dem Virusausbruch oder den darauf folgenden staatlichen Maßnahmen geschlossen und kann der Lieferant für eine verspätete Lieferung  verantwortlich gemacht werden?

    Laut Modint sollte ein Lieferant handeln, sobald er Verzögerungen absehen kann. Sprich seine Kunden über "höhere Gewalt" informieren.

    Die Vorlieferanten:

  1. Welcher Vertrag wurde mit den Vorlieferanten geschlossen?
  2. Welche Bedingungen gelten?
  3. Gibt es die Möglichkeit die Bestellung im Fall einer verspäteten Lieferung zu stornieren?
  4. Wurden Vorauszahlungen an den Vorlieferanten geleistet?
  5. Wurde das Recht eingeräumt, die vorab gezahlten Gelder zurückzufordern oder kann sich auch der Vorlieferant auf "höhere Gewalt" berufen?

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