Corona-Krise: Türkische Produzenten beklagen Stornierungen und Auftragskürzungen

"Wenn alle stornieren, dann sterben wir"

Der Hilferuf aus Istanbul kam per Mail. Ergin Aydin führt in der Metropole am Bosporus das Produktionsunternemen Blok Moda. Seit über 25 Jahren wird dort für große europäische Kunden gefertigt: Galeria Karstadt Kaufhof, Adler, Ulla Popken, Asos, Stone Island.

Sah es zunächst so aus, als ob die türkischen Produzenten von der Corona-Krise in China profitieren könnten, weil dort auf einmal mehr Aufträge landeten, hat sich das Blatt gewendet. "Weil die Läden alle zu sind, erreichen uns viele Stornos und Auftragsreduzierungen", sagt Aydin. Sein Appell: "Wir alle leiden unter dieser Pandemie. Deshalb sollten wir partnerschaftliche Lösungen finden."

Skype-Interview mit Ergin Aydin: "Wenn alle stornieren, dann sterben wir"


Das Gebaren der Kunden sei höchst unterschiedlich. Während zum Beispiel Stone Island überhaupt keine Aufträge stornieren wolle, sei die Zusammenarbeit mit Galeria Karstadt Kaufhof und Adler deutlich hakeliger. Besonders von deutschen Kunden hätten ihn viele Stornoanfragen erreicht. Aydin hält Blok Moda für solide aufgestellt. Aber: "Wenn uns zehntausende Teile storniert werden, können wir nicht überleben. Dann sterben wir."
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