Corona-Schutzmaßnahmen

Impfstatus: Handelsverband fordert Fragerecht für Arbeitgeber

HDE
Mit der Anfang September gestarteten Impfkampagne "Leben statt Lockdown" konnte der Handel laut HDE bereits einige Millionen Menschen erreichen und die Zahl der Geimpften steigern.
Mit der Anfang September gestarteten Impfkampagne "Leben statt Lockdown" konnte der Handel laut HDE bereits einige Millionen Menschen erreichen und die Zahl der Geimpften steigern.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert vom Gesetzgeber ein generelles Fragerecht nach dem Impfstatus für alle Arbeitgeber, unabhängig vom Wirtschaftsbereich. Dies verbessere den Infektionsschutz der Beschäftigten und Kunden im Einzelhandel weiter. Auch das Tragen von Masken sei eine Selbstverständlichkeit, erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth und verurteilte in diesem Zusammenhang die Gewalttat von Idar-Oberstein.

Der Gesetzgeber hat das generelle Fragerecht für Arbeitgeber nach dem Impfstatus ihrer Beschäftigten bislang nur für bestimmte Einrichtungen wie etwa Schulen, Kitas und Pflegeheime geregelt. "Das ist aus unserer Sicht noch nicht ausreichend", sagt Genth. Um die Corona-Pandemie effektiv bekämpfen zu können, brauche es vielmehr ein generelles Fragrecht für alle Arbeitgeber, unabhängig vom Wirtschaftsbereich. "Es passt nicht zusammen, wenn die Arbeitgeber gesetzlich mittlerweile verpflichtet sind, ihre Mitarbeiter für die Impfung von der Arbeit freizustellen, man als Arbeitgeber aber anschließend nicht erfahren darf, ob die Impfung tatsächlich erfolgreich durchgeführt wurde", begründet der Verbandschef seine Forderung.

Infektionsschutz weiter verbessern

Das Fragerecht helfe den Arbeitgebern, den Infektionsschutz der Beschäftigten und Kunden im Einzelhandel weiter zu verbessern. "Am Ende nützt das allen Beteiligten. Außerdem wäre das Fragerecht natürlich für die Dauer der epidemischen Lage befristet", so Genth. Völlig paradox sei es, wenn etwa im Nonfood-Handel in einzelnen Bundesländern bei einer hohen Hospitalisierungsrate am Eingang zwar die Kunden nach ihrem Impfstatus befragt werden müssten, der Impfstatus der eigenen Beschäftigten jedoch weiterhin unbekannt sei. "Das ist doch offenkundig nicht zu Ende gedacht. Die Bundesregierung ist hier gefordert und sollte trotz Bundestagswahl schleunigst nachbessern", appelliert Genth. Die Händler hätten ein großes Eigeninteresse an der Gesundheit und an einem hohen Impfschutz Ihrer Beschäftigten und Kunden.


Der HDE hatte sich auch als einer der ersten Verbände überhaupt für die Einführung eines Rechts zur Impfung durch Betriebsärzte ausgesprochen. Die großen Handelsunternehmen bieten laut Verband ihren Beschäftigten Impfungen regelmäßig durch eigene Betriebsärzte oder durch überbetriebliche Betriebsarztdienste an und bewerben diese aktiv. Der HDE hat zudem unlängst zusammen mit namhaften Handelsunternehmen die Impfkampagne „Leben statt Lockdown“ gestartet.

Maskenpflicht als Selbstverständlichkeit

Außerdem verteidigt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth die Maskenpflicht: „Das Tragen von Masken gehört für die allermeisten Kundinnen und Kunden heute ganz selbstverständlich zum Einkauf dazu. Es gibt kaum Probleme in den Geschäften vor Ort, die Menschen haben sich daran gewöhnt. Auch wenn es vereinzelt uneinsichtige Kunden geben mag, ist das Maskentragen nach mehr als einem Jahr zur Gewohnheit geworden, das nur noch extrem selten zu Konflikten führt."

In diesem Zusammenhang spricht er seine Fassungslosigkeit über die Gewalttat in Rheinland-Pfalz aus. Aus Ärger über die Corona-Schutzmaßnahmen hatte dort ein Kunde den Mitarbeiter einer Tankstelle, der ihn auf die Maskenpflicht hingewiesen hatte, erschossen. "Umso sprach- und fassungsloser macht die Tat von Idar-Oberstein. Die Gedanken und das Mitgefühl der gesamten Branche sind bei den Angehörigen, Freunden und Kollegen des Opfers dieser Gewalttat", so Genth.
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