Coronavirus

"Ein logistischer Alptraum"

Imago Images/Xinhua
Rund ein Drittel der Wanderarbeiter in China werden Anfang März noch nicht an ihre Arbeitsstellen zurückgekehrt sein.
Rund ein Drittel der Wanderarbeiter in China werden Anfang März noch nicht an ihre Arbeitsstellen zurückgekehrt sein.

Die Corona-Epidemie bringt die europäischen Händler immer stärker in Bedrängnis. Chinas Maßnahmen im Kampf gegen das Virus machten es extrem schwierig, die Arbeit nach den verlängerten Neujahrsferien im Reich der Mitte wieder aufzunehmen, heißt es in einem Bericht der dpa. Die Nachrichtenagentur stützt sich dabei auf Aussagen des Präsidenten der EU-Handelskammer in Peking, Jörg Wuttke. "Das Ausmaß der Herausforderungen ist riesig."


Zu den unterbrochenen Lieferketten kommen auch zunehmend Probleme in der Logistik. Produkte könnten nicht mehr verschifft werden. "Es ist ein logistischer Alptraum", so Wuttke. Eines der Hauptprobleme in diesem Zusammenhang sieht der Kammerpräsident in den widersprüchlichen Vorschriften innerhalb Chinas. Das Vorgehen der Behörden müsse besser abgestimmt und koordiniert werden.

Eigentlich sollte nach dem Willen der chinesischen Regierung die Arbeit im Land in der vergangenen Woche wieder aufgenommen werden. Schätzungen zufolge müssten rund 300 Millionen Wanderarbeiter reisen, um nach den Ferien wieder an ihre Arbeitsstellen zu kommen. Bis Ende vergangener Woche waren wohl nur 80 Millionen unterwegs. Weitere 120 Millionen sollen bis Ende Februar zurückkehren. Damit wäre aber etwa ein Drittel der Wanderarbeiter Anfang März noch immer nicht zurück am Arbeitsplatz.



Der immer noch rapide Anstieg der Infektionen – aktuell sind es über 70.000 – und die zunehmende Zahl der Todesfälle führte allerdings inzwischen zu einer noch weiter verschärften Abschottung. Wuttke: "Sachen aus China herauszubekommen, ist herausfordernd." Hinzukomme, dass nun Reisende aus Deutschland, die nach Peking kommen, zwei Wochen in Quarantäne müssen. Umgekehrt gilt das für Reisende aus China in Deutschland übrigens nicht. "Wir sind definitiv sehr besorgt", sagt Wuttke.

Im Reich der Mitte sind vor allem kleine und mittelständische Unternehmen stark betroffen. Sie könnten die Ausfälle zwei, drei Monate kompensieren, länger wohl nicht. Einige Unternehmen in China beginnen nun zwar wieder mit der Arbeit, aber es fehlt an Zulieferern.   

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