Coronavirus-Krise

Briten sind geteilter Meinung über die langfristigen Auswirkungen

Fast die Hälfte der britischen Bevölkerung (45%) im Alter zwischen 18 und 75 Jahren denkt, dass das Land stärker aus der Corona-Krise hervorgehen wird, selbst wenn der Ausbruch der Epidemie hart sein wird. Dagegen glauben 40%, dass das Land auf Jahre hinaus schwächer sein wird. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage, die das Marktforschungsunternehmen Ipsos Mori bei 1079 britischen Erwachsenen in der Zeit zwischen 20. und 23. März durchgeführt hat.

Im November 2012, einige Jahre nach der Finanzkrise, waren die Briten pessimistischer als bei der jetzigen Befragung. Damals glaubten nur 31%, dass Großbritannien nach durchgestandener Krise stärker sein würde.

Klare Unterschiede gibt es je nach Partei-Anhängerschaft und da zeigen sich die Wähler der Konservativen Partei (64%) deutlich zuversichtlicher als die Unterstützer der Labour Partei, von denen nur 32% an einen positiven Ausgang glauben.
„Trotz der großen Sorge um das Risiko des Coronavirus-Ausbruchs, sind die Briten marginal mehr optimistisch als pessimistisch.“
Gideon Skinner, Head of Political Research bei Ipsos Mori
Zudem ist die ältere Generation hoffnungsvoller in Bezug auf die Zukunft des Landes. Gut der Hälfte der 55 bis 75-jährigen (53%) glaubt, dass das Land die Krise gut überstehen wird, während das nur 39% der 18- bis 34-Jährigen denken. „Trotz der großen Sorge um das Risiko des Coronavirus-Ausbruchs, sind die Briten marginal mehr optimistisch als pessimistisch,“ sagt Gideon Skinner, Head of Political Research bei Ipsos Mori. „Das bedeutet, dass es immer noch Vertrauen in Britanniens Widertandsfähigkeit gibt. Allerdings zeigte das Erlebnis nach der Finanzkrise, dass dieser Optimismus nicht anhält, je länger es negative Effekte gibt.“

Ipsos Mori führte die Umfrage durch, bevor die britische Regierung vor einer Woche die drakonischen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verkündete und die Briten quasi in Hausarrest kamen.

Inzwischen zählt Großbritannien 1.408 Todesopfer (Stand 31.3.). Täglich werden rund 1000 Menschen in die Krankenhäuser des Königreichs eingeliefert, wie der britische „Guardian“ berichtet.

Und dann noch die Meldung vom Freitag, dass sowohl der britische Premierminister Boris Johnson als auch der britische Gesundheitsminister Mattcock positiv auf den Coronavirus getestet wurden. Damit haben sich die beiden wichtigsten Krisenmanager im Vereinigten Königreich infiziert. Johnson teilte über Twitter mit, dasser milde Symptome entwickelt hat und die Regierungsgeschäfte fortan über Video-Konferenzen führen werde. In einem Video-Clip bedankte sich Johnson bei den über 500.000 Freiwilligen, die sich zur Unterstützung im Kampf gegen das Coronavirus gemeldet haben. „Gemeinsam werden wir das durchkommen“, sagte Johnson und forderte die Briten abermals auf, zu Hause zu bleiben.
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