Der Coronavirus und seine Folgen für die Modemesse-Landschaft

"Man spürt die Abhängigkeit von China"

Messe Frankfurt France
Zur Texworld in Paris (hier ein Foto von der Veranstaltung im September 2019) sind deutlich weniger chinesische Aussteller als sonst gekommen.
Zur Texworld in Paris (hier ein Foto von der Veranstaltung im September 2019) sind deutlich weniger chinesische Aussteller als sonst gekommen.

Den Ausschlag haben wohl die Absagen vieler großer Aussteller gegeben: Die weltweit größte Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona wurde abgesagt. Veranstaltungsbeginn wäre der 24. Februar gewesen. Auf den noch bis heute Abend laufenden Stoffmessen in Paris, Première Vision und Texworld, hat Corona ebenfalls Spuren hinterlassen.

Zwar standen auf der Première Vision Auswirkungen und Ängste rund um das Virus offenbar nicht im Vordergrund. Der Veranstalter hat dennoch vorgesorgt, u.a. mit zahlreichen Stationen zur Desinfektion der Hände. Leute mit Mundschutz waren aber nur vereinzelt zu sehen. Das Händeschütteln zur Begrüßung sparten sich Aussteller und Besucher allerdings in den meisten Fällen dann doch. Auch in den Trendbereichen, wo Stoffe ausliegen und viele Produktmanager vorbeischauen, griffen die Besucher nur zögerlich in die Ware.



Anders das Bild auf der Texworld und der Fairyland of Fashion, die normalerweise von Ausstellern aus Asien dominiert werden: Der Veranstalter, die Messe Frankfurt France, hatte zwar im Vorfeld explizit darauf hingewiesen, dass die Messe stattfinde und alle von WHO und französischen Gesundheitsbehörden empfohlenen Vorsorgemaßnahmen eingehalten würden. Es waren dort aber - nach subjektivem Empfinden - wesentlich weniger Besucher unterwegs als sonst.

In den Reihen der Aussteller fehlten sehr viele Anbieter aus China. Die genaue Zahl ist nicht bekannt. Die Messe ließ eine Anfrage der TextilWirtschaft bis Redaktionsschluss unbeantwortet. "Es ist wirklich tragisch. Gefühlt war nur die Hälfte der Stände besetzt. Man spürt deutlich, wie abhängig wir von China sind", sagt der Produktmanager eines deutschen Premium-Womenswear-Label und Besucher der Texworld, der nicht namentlich genannt werden will.

Welche Rolle Corona auf der am Sonntag (16. Februar) startenden EuroShop spielen wird, muss sich noch zeigen. Der Veranstalter, die Messe Düsseldorf, weist auf der Homepage der Messe darauf hin, dass die Sicherheit für alle Mitarbeiter, Kunden und Gäste oberste Priorität habe. Die medizinischen Einrichtungen auf dem Messegelände seien "stets auf dem aktuellen Informationsstand und vorbereitet". Als Vorsichtsmaßnahmen würden z.B. zusätzliche Handdesinfektionsstationen eingerichtet und "die Reinigungsintervalle für Kontaktflächen (u.a. Türklinken, Handläufe und Schalter) erhöht."

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