Jahresbilanz des dänischen Schuhkonzerns

Ecco kann zulegen, wagt aber keine Prognose

Ecco
Die dänische Schuhmarke wurde 1963 von Birte und Karl Toosbuy gegründet. Der Konzern beliefert heute 14.000 POS, hat weltweit 2251 Läden und beschäftigt 21.400 Mitarbeiter.
Die dänische Schuhmarke wurde 1963 von Birte und Karl Toosbuy gegründet. Der Konzern beliefert heute 14.000 POS, hat weltweit 2251 Läden und beschäftigt 21.400 Mitarbeiter.

Das vergangene Jahr war ein erfolgreiches für den dänischen Schuhkonzern Ecco. Wie es allerdings 2020 ausgehen wird, ist gänzlich offen.

Für 2019 melden die Dänen einen Konzernumsatz von knapp 1,36 Mrd. Euro, das ist ein Plus von 3,8% zum Vorjahr. 1,18 Mrd. Euro davon entfielen auf Schuhe (plus 4,5%), 113 Mio. Euro auf die Lederproduktion (minus 5%) und 46,8 Mio. Euro auf Accessoires (plus 2,8%). Im Wholesale wurden weltweit 857 Mio. Euro erlöst, 2,2% mehr als im Vorjahr. Der eigene Retail inklusive E-Commerce lag mit 389 Mio. Euro um fast 11% über 2018.

In Europa sanken die Umsätze um 7%, wobei die selbstkontrollierten Flächen auf vergleichbarer Basis um 1% zulegen konnten, der E-Commerce um 7%. Europaweit wurden Ende des Jahres 290 Stores betrieben und 3350 Kunden beliefert. Konkrete Zahlen für Europa oder gar für Deutschland werden nicht genannt. Ausgewiesen werden nur die Erlöse für die Region Europa, ergänzt um den Nahen Osten und Afrika. Hier wurden 480 Mio. Euro erzielt (minus 0,8%); mit in Summe 796 Stores. Starkes Wachstum kam dagegen mit einem Plus von 17,4% aus der Asien-Pazifik-Region (136 Mio. Euro) sowie aus China mit plus 10,6% auf 248 Mio. Euro. Weltweit gibt es 2251 Stores; 200 wurden eröffnet, 194 geschlossen.

Wie die Bilanz Ende 2020 aussehen werde, könne noch nicht prognostiziert werden, heißt es im Geschäftsbericht. Ab Ende Januar sanken die Umsätze wegen des Coronavirus in China, seit Ende Februar auch in Europa und Nordamerika, wo dann im März die Läden schließen mussten. Die Kostenseite negativ beeinflussen werde zudem die Übernahme des Geschäftes in Russland in Eigenregie vom langjährigen Distributor. Ecco erwarte einen Einmaleffekt von 20 Mio. bis 25 Mio. Euro auf den Gewinn vor Steuern. Insgesamt sei der Konzern finanziell stark aufgestellt und werde die Krise überstehen, wird weiter mitgeteilt.



So investiere Ecco weiter, u.a. in Innovation und Produktion. Noch in diesem Jahr ist der Start einer neuen eigenen Anlage in Vietnam geplant, wo zwölf Hektar Land in Binh Duong gekauft wurden für eine neue Produktionsstätte. Zunächst sollen Büros, Lagerflächen und die Schuhproduktionshallen eröffnen, in einer zweiten Phase ist die Installation der Produktionsanlagen geplant.

Ebenfalls in diesem Jahr soll am Headquarter von Ecco in Bredebro die "Factory 2025" starten. In dieser hochmodernen, automatisierten Testfabrik solle die jahrelange Erfahrungs von Ecco mit High-Tech-Innovationen verbunden werden. Damit kehre nach 20 Jahren auch wieder eine Schuhproduktion in den Ecco-Heimatort zurück.

Ecco wurde 1963 von Birte und Karl Toosbuy gegründet. Der Konzern, der heute 14.000 POS hat und 21.400 Mitarbeiter beschäftigt, ist nach wie vor in Familienhand. Hanni Toosbuy Kasprzak, Tochter der Firmengründer und Aufsichtsratsvorsitzende, schreibt im Geschäftsbericht, dass dies auch künftig so bleibe. Denn ihre Kinder André und Anna Kasprzak, die schon seit einigen Jahren Gesellschafter sind, haben sich nun offiziell dazu bekannt, das Unternehmen als Familie weiterzuführen. Eine formale Übereinkunft sei dazu getroffen worden. Im Fokus sollen auch künftig die Verbraucher, die Mitarbeiter sowie das Thema Umwelt stehen. CEO des Konzerns ist seit 2012 Steen Borgholm.
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