Fair Fashion-Label Nikin wächst kräftig und will in Deutschland expandieren

Am Anfang waren die Treenies

Nikin
Nikins Markenzeichen ist eine schmale Tanne. Auf der Geburtstagskollektion findet sich der erste Entwurf dieses Logos.
Nikins Markenzeichen ist eine schmale Tanne. Auf der Geburtstagskollektion findet sich der erste Entwurf dieses Logos.

Das junge Schweizer Fair Fashion-Label Nikin wächst kräftig und hat zum fünften Geburtstag eine Special Edition auf den Markt gebracht. Nikin will künftig noch nachhaltiger werden und im deutschsprachigen Raum expandieren.

2016 von Nicholas Hänny und Robin Gnehm gegründet, liegt der Umsatz nach eigenen Angaben mittlerweile bei 13 Mio. Schweizer Franken (rund 12,2 Mio. Euro) im Jahr 2020, nahezu eine Verdopplung zu 2019, als 7,6 Mio. CHF umgesetzt wurden. Miteigentümerin und CFO von Nikin ist Carla Vilela Gonzaga Hänny. Der Hauptsitz befindet sich im aargauischen Lenzburg. Der Vertrieb läuft über den eigenen Webshop in der EU und in der Schweiz sowie über 148 Handelspartner, überwiegend in der Schweiz. Geplant sei nun die Expansion in Deutschland und nach Österreich.

Das Unternehmen hat sich vom Mützenanbieter zu einem Label gemausert, das mittlerweile Artikel für Frauen, Männer und Kinder verkauft, vor allem T-Shirts (ab 29,90 Euro) und Hoodies (ab 54,90 Euro), aber auch Socken, Schuhe, Jacken, Hosen, Leggings und Kleider, Wäsche, Trinkflaschen, Tassen, Schmuck, Taschen, Sonnenbrillen und Gürtel.

Pro verkauftem Artikel spendet Nikin an die Non-Profit-Organisation One-Tree-Planted für Wiederaufforstungsprojekte. So seien mittlerweile 1,4 Millionen Bäume angepflanzt worden. Wenn die einmal ausgewachsen sind, könnten sie Sauerstoff für ungefähr zwei Millionen Menschen produzieren, so die Rechnung.

Zum Jubiläum hat Nikin eine elfteilige Limited Edition rausgebracht mit dem ersten Entwurf des Logos, das Gnehm vor fünf Jahren auf eine Serviette gezeichnet hatte: Ein schlanker hochgewachsener Tannenbaum. Nicholas Hänny und Robin Gnehm kennen sich seit Kindertagen, ihre Väter sind beste Freunde. 2016 beschlossen die beiden bei einem Bier ein Projekt mit ersparten 5000 Franken zu starten: Beanies zu verkaufen und für jede Mütze einen Baum zu pflanzen — daraus sind die Treenies entstanden.

Nikin verkauft inzwischen auch Bekleidung, Schuhe, Accessoires sowie Tassen und Trinkflaschen.
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Nikin verkauft inzwischen auch Bekleidung, Schuhe, Accessoires sowie Tassen und Trinkflaschen.
Nach drei Tagen, waren die ersten 60 Stück verkauft. Um die zunehmende Nachfrage zu bewältigen, halfen die Familien mit und nähten die Labels auf die Mützen, kümmerten sich um die Logistik und verschickten nach Feierabend Pakete. Die erste Treeanie war noch aus Polyester und wurde in China produziert. Heute lässt Nikin nahezu alle Produkte in Europa fertigen und verwendet nach eigenen Angaben nur Materialien mit nachhaltigem Ansatz, z.B. GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle und recycelte Fasern u.a. von Seaqual oder Econyl. Finanziert wurde stets alles aus eigener Tasche.

Nicholas Hänny (re.) und Robin Gnehm haben Nikin 2016 gegründet. Miteigentümerin und CFO ist Carla Vilela Gonzaga Hänny.
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Nicholas Hänny (re.) und Robin Gnehm haben Nikin 2016 gegründet. Miteigentümerin und CFO ist Carla Vilela Gonzaga Hänny.
In diesem Jahr wurde das Unternehmen durch die europäische Forbes Liste "30 under 30" für Social Impact ausgezeichnet. Außerdem steht es im Linkedin-Ranking der Schweizer Top-Start-ups an der Spitze. "Das zeigt, dass unser Engagement nicht nur für unsere Kunden einen Mehrwert schafft, sondern auch bei Bewerber*innen Interesse schürt. Wir wünschen uns, dass noch mehr Unternehmen Nachhaltigkeit in ihren Arbeitsalltag integrieren und Verantwortung übernehmen", so Nicholas Hänny. Er und Gnehm beschäftigen mittlerweile 50 festangestellte und 20 freie Mitarbeiter.

Künftig soll Nikin noch nachhaltiger werden: "Obwohl wir uns seit Beginn umweltbewusst verhalten, gibt es noch Luft nach oben. Daher arbeiten wir seit 2021 mit dem schweizerischen Beratungsunternehmen Ecos zusammen. Dieses berät uns mit Fachwissen bei der Nachhaltigkeit unserer Produkte", so die Macher.
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