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Das sind die wichtigsten Start-up-Finanzierungen 2021

Foto: Fashiontrade

Welche Geschäftsmodelle ziehen? Wo steckt Potenzial? Wer bekommt frisches Kapital? Das Online-Portal Deutsche-Startups.de hat eine Liste der bisher wichtigsten Finanzierungsrunden jenseits von 25 Mio. Euro publiziert. Ein Blick auf die großen Start-up-Investitionen dieses Jahres offenbart, wohin die Reise im Retail gehen könnte.

Neben medienwirksamen Deals wie Flixbus (Mobility) und Gorillas (Lebensmittel-Lieferdienst) gab es 2021 eine Reihe Finanzierungsrunden junger deutscher Retail-Unternehmen. Darunter Berlin Brands Group und Razor Group. Wir haben die relevante Deals mit Blick auf Handel herausgefiltert.
Die größten Start-up-Investitionen 2021 (Retail/retailrelevant)
  • Berlin Brands Group, Berlin, E-Commerce (700 Mio. US-Dollar)
  • Razor Group, Berlin, E-Commerce (> 400 Mio. US-Dollar)
  • Forto, Berlin, Logistik (240 Mio. US-Dollar)
  • Contentful, Berlin, Software (175 Mio. US-Dollar)
  • Atheneum, Berlin, Marktplatz (150 Mio. US-Dollar)
  • Branded, Berlin, E-Commerce (150 Mio. US-Dollar)
  • Staffbase, Chemnitz, Software (145 Mio. US-Dollar)
  • Commercetools, München, Software (140 Mio. US-Dollar)
  • SellerX, Berlin, C-Commerce (126 Mio. Euro)
  • Adverity, Wien, MarTech (120 Mio. US-Dollar)
  • ParcelLab, München, Logistik (110 Mio. US-Dollar)
  • The Stryze Group, Berlin, E-Commerce (100 Mio. US-Dollar)
  • Uberall, Berlin, MarTech (95 Mio. Euro)
  • NewStore, Berlin, Software (45 Mio. US-Dollar)


Aufällig dabei: Unter den Big Deals sind zahlreiche Unternehmen, die sich auf das Kaufen und Weiterentwickeln von erfolgreichen Amazon-Shops spezialisiert haben. Allen voran die Berlin Brands Group (BBG). Gründer Peter Chaljawski übernimmt erfolgreiche Marktplatzhändler, entwickelt sie weiter und internationalisiert. Zuletzt hat Bain Capital 700 Mio. US-Dollar in das Start-up investiert. BBG erwirtschaftete 2020 einen Umsatz in Höhe von 334 Mio. Euro. Über 900 Mitarbeiter wirkten derzeit für das Unternehmen. Auch die Razor Group aus Berlin, 2020 von Tushar Ahluwalia und Jonas Diezun gegründet, akquiriert kleine Amazon-Shops, die sich erfolgreich mit gut bewerteten Eigenmarken auf dem Marktplatz behaupten, integriert die Brands synergetisch ins eigene Ökosystem und treibt den Absatz der Nischenchampions durch professionelles Management weiter voran. Das Vorbild Thrasio kommt aus den USA und wurde in Rekordzeit zum Einhorn. Auch Branded, SellerX und The Stryze Group setzen auf dieses Geschäftsmodell.



Ein zweiter massiver Trend: Content-Management-Systeme (CMS). So ist das Saas-Startup Contentful mit der jüngsten Finanzierungsrunde im Juli zum Unicorn aufgestiegen. Die Unternehmensbewertung beläuft sich nach eigenen Angaben auf 2,5 Mrd. Euro. Beteiligt sind unter anderem Dickschiffe wie SAP und Salesforce. Die Berliner bieten ein CMS an, mit dem sich Inhalte über verschiedene Kanäle und Plattformen hinweg ausspielen lassen. So zum Beispiel Blogtexte oder Push-Nachrichten in Apps.



Oben auf der Liste hungriger Investoren: intelligente Plattformen. So hat Atheneum, eine Plattform, die Experten und Berater aller Art und aus aller Welt mit Unternehmen zusammenbringt, 2021 rund 150 Mio. US-Dollar frisches Kapital kassiert. Das Motto: "Ein persönliches Gespräch mit einem Branchenexperten ist oft gewinnbringender als die Lektüre einer langen Studie."
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