Denim Fabrics

Fünf Top-Trends für Herbst 2021

Vicunha

Noch softere Qualitäten, noch dunkleres Schwarz, noch nachhaltiger: Die Denim-Weber ziehen auch für Herbst/Winter 2021/2022 alle Register.

1. Weichgespült

Vor allem zu Beginn des Shutdowns flatterten sie in den virtuellen Briefkasten: Newsletter mit Style-Empfehlungen für den perfekten Homeoffice-Look. Ein Fokus lag dabei auf den Oberteilen. Schließlich ist alles andere in der Telefonkonferenz nicht zu sehen. Schon erschienen in internationalen Medien Artikel darüber, ob die Jeansindustrie die Covid-19-Pandemie überleben wird.

Dabei arbeiten die Macher schon seit längerem daran, den Stoff immer fließender und softer zu machen. Ein Thema, das mit Blick auf Herbst 2021 noch stärker wird. Dem pakistanischen Weber Rajby gelingt das durch die Beigabe von Modal, Tencel, Refibra oder Hanf. Dieser Trend wird sich nach Meinung von Amy Leverton, Autorin des Buchs Denim Dudes, in Hinblick auf das Homeoffice noch verstärken, wie sie bei Kingpins24, dem ersten Online-Event der Fachmesse für Denim-Stoffe und Zutaten, sagte.

Ums Wohlfühlen geht es auch bei Isko. Das Konzept Cosy bietet einen authentischen Denim-Look, ist auf der Innenseite aber warm und weich. Möglich machen es Fasern, die zwei mal dünner als Seide und drei mal dünner als Cashmere sein sollen.

2. Figurbetont

So bequem wie eine Jogginghose sind die meisten Hosen dank Komfort- bis Super-Stretch ohnehin schon. Und dennoch sind die Stretch-Innovationen der Weber nicht erschöpft. Calik lanciert das Konzept Skinlithe. Der für die Generation Z gedachte Stoff soll sich dem Körper anpassen und ihn vorteilhaft formen, ganz ohne Druck auszuüben.

Das gleiche Versprechen gibt Prosperity mit J-Fit. Der Stoff benötige verglichen mit bisherigen Stretch-Technologien zwei Drittel weniger Kraft, um gedehnt zu werden.

3. Schwarzgefärbt

Auch The Lycra Company feilt permanent an ihren Stretch-Technologien. Die Lycra T400 EcoMade-Faser ist zu 68% nachhaltig: 50% der Faser bestehen aus Post Consumer-Ware und 18% werden aus pflanzlichem Material hergestellt. Laut Silvia Toledo, Senior Strategic Account Manager von The Lycra Company, bietet die Faser unter anderem folgende Vorteile: „Kleidungsstücke behalten nicht nur ihre Form, man kann tiefere, reichhaltigere Indigos und schwärzere Schwarztöne erzielen.“

Denn auch schwarzer Denim bleibt wichtig. Wie Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier im TW-Interview sagte, kleidet sich die Generation Z sogar besonders gern in Schwarz, Grau und Weiß.



Dem möchte Iskur mit Black Reload begegnen. Das laut Unternehmen „dunkelste Schwarz, das man bisher gesehen hat“, soll die gleichen Wascheffekte wie Indigo ermöglichen. Zudem hafte Staub, der bei schwarzen Qualitäten sonst schnell sichtbar ist, nicht so stark am Stoff.

Auch Tejidos Royo widmet sich zum Herbst der schwarzen Weiterentwicklung der Innovation Dry Indigo, die unter anderem von Jeansern wie Wrangler genutzt wird. Bei Dry Black kommt das wasserfreie Färbeverfahren nun auch für schwarzen Denim zum Einsatz. Daneben sind übrigens noch immer authentische Salz&Pfeffer-Optiken wie in den 70er Jahren gefragt.

4. Eingespart

Ob Schwarz oder Blau, nachhaltige Lösungen treiben die Branche noch immer um. Sustainability bleibt daher über alle Trends hinweg Top-Thema Nummer Eins.

Evlox hat einen nach eigener Aussage 100% nachhaltigen Denim unter dem Namen Re-Org im Portfolio. Alle neun Artikel der Linie bestehen zu mehr als 60% aus organischer Baumwolle, der Rest stammt aus recycelten Materialien.

Diese Jeans enthält die T400 EcoMade-Faser von The Lycra Company.
The Lycra Company
Diese Jeans enthält die T400 EcoMade-Faser von The Lycra Company.


Aber nicht nur die Kollektionen sollen entsprechend ausgerichtet werden, sondern auch die Unternehmen selbst. Kipas sei es durch die Umstellung auf erneuerbare Energien gelungen, die Kohlenstoff-Emissionen um 97% zu reduzieren, was 138 Millionen kg CO2 entspreche.

Candiani gehört seit jeher zu den Pionieren und erweitert nun jedes Jahr konsequent die Re-Familie, zu der die Konzepte Re-Gen, Re-Last und Re-Solve zählen. Highlights von Re-Solve sind eine biologisch abbaubare Strech-Faser, die Roica exklusiv für die Italiener entwickelt hat, sowie ein Mikroplastik-freies Färbeverfahren.

5. Digitalisiert

Apropos Social Media, durch die Coronakrise wird auch die Digitalisierung in der Denim-Branche massiv vorangetrieben. Bossa präsentiert in Kooperation mit dem Unternehmen Fibretrace eine Lösung, durch die sich die Produktion der Jeans vom Baumwollanbau bis zum fertigen Teil im Store per Blockchain rückverfolgen lässt.

Die Kingpins wagte bereits erste Vorstöße in Richtung digitale Messe. Die Resonanz war noch verhalten. Stefan Schmülling geht mit der Plattform Texdome ins Rennen. Dort können Denim-Weber ihr Unternehmen und die Kollektionen vorstellen. Brands, u.a. sind Brax und Mustang dabei, können mit den Lieferanten in Kontakt treten – die Supplier können sich aber gegenseitig weder sehen noch die Labels von sich aus anschreiben. Damit nicht irgendwann zu viele Mails ins Postfach flattern.




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