Department Store sucht Schutz vor rechtlichen Forderungen der Gläubiger

Debenhams: Drittes Insolvenzverfahren innerhalb eines Jahres

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Debenhams meldet Insolvenz an, um sich vor den Gläubigern zu schützen.
Debenhams meldet Insolvenz an, um sich vor den Gläubigern zu schützen.

Der Coronavirus-Shutdown ist das jüngste Kapitel im Überlebenskampf britischer Kaufhäuser: Die britische Department Store-Gruppe Debenhams hat drei Tage nach der offiziellen Vorankündigung am 9. April Insolvenz angemeldet.

Damit sucht Debenhams Schutz vor rechtlichen Forderungen der Gläubiger, die das Unternehmen in die Liquidation treiben könnten, während seine 142 britischen Stores wegen der Covid-19 Pandemie geschlossen bleiben. Das zuständige Gericht bestellte Geoff Rowley und Alastair Massey von der Unternehmensberatung FRP Advisory als Verwalter für den britischen Geschäftsbereich. Der Einzelhandelskonzern teilt mit, dass mit diesem Prozess ein „Light Touch“-Ansatz verfolgt werde, bei dem das bestehende Management-Team unter Aufsicht der Verwalter weiterarbeite. „Damit soll die Filialkette in die Lage gebracht werden, nach der Aufhebung der Restriktionen so viele Stores wie möglich wiederzueröffnen und zu betreiben,“ heißt es bei Debenhams.

In Großbritannien, Irland und Dänemark wird das Online-Geschäft im Rahmen der Regierungsrichtlinien weiterhin betrieben. Es hat aber nur einen Anteil von rd. 20 % am Debenhams Umsatz. Kundenaufträge, Geschenkkarten und Retouren werden akzeptiert und normal bearbeitet. Dagegen hat Debenhams den Handel in seinen 11 Filialen in der Republik Irland bereits eingestellt, die meisten davon werden voraussichtlich nicht wiedereröffnen. Die Geschäftsführung der Debenhams Retail (Irleand) Ltd. gehe davon aus, dass die britischen Insolvenzverwalter einen Liquidator für die irische Tochter des Konzerns bestellen würden, teilt Debenhams mit.

„Die Bestellung der Administratoren wird in dieser gegenwärtigen beispiellosen Lage unser Unternehmen, unsere Mitarbeiter und andere wichtige Stakeholder schützen, sodass wir den Betrieb unserer britischen Stores wieder aufnehmen können, sobald die Regierung die Beschränkungen aufhebt,“ sagt Stefaan Vansteenkiste, CEO von Debenhams, „wir gehen davon aus, dass unsere Eigentümer und Kreditgeber zusätzliche Mittel während der Insolvenz-Periode bereitstellen.“ Die dänische Tochter Magasin du Nord ist von der Insolvenz nicht betroffen und betreibt weiter das Online-Geschäft.

Debenhams hat wie auch andere Mainstream-Kaufhäuser seit einiger Zeit mit rückläufigen Umsätzen und den strukturellen Veränderungen in der Branche zu kämpfen. Das 1778 gegründete Traditionsunternehmen gehört nach der mit den Gläubigern abgestimmten Insolvenz (Pre-Pack-Administration) im April 2019 der neu gegründeten Firma Celine UK NewCo I Ltd., die von einer Investoren-Gruppe einschließlich Silver Point Capital, Golden Tree, Alcentra und Barclays kontrolliert wird. Wenige Wochen später gab das Unternehmen einen Umstrukturierungsplan mittels Company Voluntary Arrangement (CVA) bekannt. Eine andere Form der Insolvenz, die Mietkürzungen möglich macht und die Schließung von Stores erlaubt. Dadurch sollte die Schuldenlast des Unternehmens reduziert und von den rd. 166 Debenhams-Filialen in Großbritannien sollten 50 Standorte geschlossen werden.

Das Unternehmen mit rd. 22000 Mitarbeitern, die derzeit im Rahmen des Beurlaubungsprogramms der britischen Regierung mit bis zu 80% ihres Monatsgehalts - höchstens 2500 Pfund (2875 Euro) - bezahlt werden, hat inzwischen 22 Stores geschlossen. Die Schließung von 28 Standorten im Rahmen des Umstrukturierungsplans soll in diesem Jahr folgen.
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