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Der Ara-Vertriebsvorstand im Interview zur Situation rund um das Coronavirus

Kresimir Zovak: "Die Lage ändert sich stündlich"

Ara Shoes AG
Kresimir Zovak: "Wir wollen wir in Kürze unseren B2B-Shop, der bislang nur Nachbestellungen abwickeln konnte, auch für Erstorders freischalten."
Kresimir Zovak: "Wir wollen wir in Kürze unseren B2B-Shop, der bislang nur Nachbestellungen abwickeln konnte, auch für Erstorders freischalten."

Eigentlich läuft es derzeit gut für Ara Shoes. Zwar waren die Umsätze für 2019 rückläufig, was jedoch an der Bereingung des Portfolios liege, wie Vertriebs- und Marketingvorstand Kresimir Zovak berichtet. So werde schrittweise die jüngere Linie Jenny eingestellt. Für die Hauptmarke Ara jedoch standen bislang die Zeichen auf Wachstum. Auch die laufende Vororder lag bis dato im Plus. Nun bremst das Coronavirus die Entwicklung aus. Zovak im TW-Gespräch über die aktuelle Situation.

TextilWirtschaft: Herr Zovak, wie ist die Lage unternehmensintern bei Ara Shoes?
Kresimir Zovak:
Wir haben Notfallpläne für unsere Mitarbeiter gemacht. Wer ein Laptop hat, soll zuhause arbeiten. Einige zusätzliche mit VPN-Verbindung konnten wir auch noch zur Verfügung stellen. Allerdings klappt das ja nicht für alle Abteilungen. So können Modelleure oder die Musterproduktion nicht ins Homeoffice gehen. Wer weiß, wie sich die Situation weiter entwickelt, die Lage ändert sich quasi stündlich. Vielleicht muss am Ende alles geschlossen werden.

Wie steht es im Vertrieb? Finden Ordertermine statt?
Die Orderzentren schließen jetzt nach und nach. Bei unseren Vertretern ist es bislang ganz unterschiedlich – bei manchen werden alle Termine von den Kunden abgesagt, bei anderen wiederum finden sie statt. Wir bearbeiten Orderaufträge auch telefonisch oder via Skype. Zudem wollen wir in Kürze unseren B2B-Shop, der bislang nur Nachbestellungen abwickeln konnte, auch für Erstorders freischalten. Hier werden derzeit die letzten Tests durchgeführt.

Wie läuft denn die aktuelle Order?
Derzeit haben wir rund 60% der Aufträge im Block. Noch sind wir im Plus, aber ich denke, das werden wir nicht halten können. Wir rechnen zudem mit vielen Stornoanfragen für die aktuelle Frühjahr/Sommer-Ware.

Wie gehen Sie damit um?
Dabei handelt es sich ja um rechtsverbindliche Kaufverträge, daher haben wir hier wenige bis keine Möglichkeiten. Wir vereinbaren mit den Kunden verschiedene Lösungen, Instrumente sind Valutierungen, Auslieferungsstop und Lieferterminverschiebungen.

Wie steht es derzeit mit der Auslieferung der Frühjahr/Sommerware?
75% davon ist ausgeliefert. 10 bis 20% unseres Volumens sind zudem Nachlieferungen, die schreibe ich allerdings für die laufende Saison ab. Gewisse Länder wie Italien und ab heute auch Deutschland können teilweise überhaupt nicht beliefert werden. Auch hier erarbeiten wir individuelle Lösungen mit unseren Kunden.

Befürchten Sie produktionsseitig Engpässe?
Nein, hier haben wir keine Probleme, da wir in eigenen Betrieben in Rumänien, Portugal und Indonesien fertigen.

Wie ist die Lage im Retail? Es gibt ja rund 100 Ara-Stores.
Das sind überwiegend Partner-Stores. Bislang war die Frequenz noch nicht eingebrochen, aber z.B. unsere fünf Stores in Österreich mussten wir jetzt schließen. Die Kollegen beantragen dort Kurzarbeit. Auch für unsere Konzernschwester Salamander wird es schwierig, wenn die Läden dicht machen müssen.

Kann Online etwas kompensieren? Spüren Sie hier Zuwächse?
Ja, aber das hat eher was mit unserer Werbung bei Let’s Dance als mit Corona zu tun. Diese Kampagne ist sehr aufmerksamkeitsstark. Wenn wir dort einen Schuh bewerben, verfünffacht sich die Aufrufzahl im Online-Shop.

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