Deutlich weniger Umsatz und Gewinn im ersten Quartal

Zalando: Millionenverlust drängt zum Sparkurs

Zalando

Jetzt ist es konkret. Zalando wird im ersten Quartal deutlich weniger Umsatz erzielen und beim Ergebnis in die Verlustzone schlittern.

In den ersten drei Monaten des Jahres ist das Unternehmen lediglich um 11,6% auf 1,54 Mrd. Euro gewachsen, teilte der Online-Händler bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen mit. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch zu einem Plus von rund 15% gereicht.

Beim bereinigten Betriebsergebnis (Ebit) schreibt Zalando voraussichtlich rote Zahlen und geht von einem Minus zwischen 90 und 110 Mio. Euro aus (Q1 2019: Plus 6,4 Mio. Euro). Darin enthalten sind Sonderabschreibungen in Höhe von 40 Mio. Euro auf den Warenbestand.

In der Folge hat sich Zalando nun einem Sparkurs verschrieben. Marketing und allgemeine Kosten sollen um 250 Mio. Euro reduziert werden und Investitionen um ein Drittel auf 200 Mio. Euro. Zugleich gab sich Finanzchef David Schröder zuversichtlich: „Die ersten Wochen im April lassen uns optimistisch auf das zweite Quartal blicken: „Der aktuelle Plan sehe weder Entlassungen noch staatliche Kredite vor."

Optimistisch stimme auch die Entwicklung des Plattform-Business. Am Osterwochenende seien mehr als eine Million Artikel über das Partnerprogramm verkauft worden. Das entspricht einem Plus von mehr als 100% gegenüber Vorjahr. In den vergangenen Wochen hatte Zalando die Anbindung für Händler und Brands an die Plattform erleichtert. Aktuell sind rund 320 Partner (davon rund 50 Einzelhändler) angeschlossen. „Wir werden nun verstärkt unsere Energie und Investitionen darauf lenken, unsere Plattformstrategie während der Krise voranzutreiben. Für die Modebranche ist jetzt die Zeit, auf online umzustellen. Wir werden unsere Partner dabei unterstützen, ihr Geschäft auf unserer Plattform weiter auszubauen”, sagt Co-CEO Rubin Ritter
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Das gilt auch für Connected Retail. Unter dem Hut von Connected Retail hat Zalando inzwischen 1500 stationäre Läden versammelt, die sich mit der Plattform vernetzen und aus ihren Beständen versenden, falls der Onliner die Ware nicht selbst vorrätig hat. Um das Geschäft zu pushen, zahlen neue und bestehende Partner des Programms im April und Mai keine Provision, wenn sie ihr Sortiment über Zalando verkaufen. Diese liegt üblicherweise bei 12 bis 15%, heißt es aus Händlerkreisen. Zudem gibt es eine entscheidende Änderung: Kunden können ab sofort im Shop die Filteroption “Lieferung” und “Direkt aus einem Geschäft” auswählen. Somit hat Zalando-Ware nicht mehr automatisch den Vorrang. Über das Osterwochenende wurden laut Zalando rund 35.000 Artikel aus stationären Läden verschickt.
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