dfv-Karriere-Event Making Future '21

"Wir versuchen jeden Tag zu zeigen, dass es nachhaltige Mode gibt"

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Für mehr als 500 Studierende, Absolventen und Young Professionals bot die digitale Karriereplattform Einblick in den Joballtag verschiedener Branchen.
Für mehr als 500 Studierende, Absolventen und Young Professionals bot die digitale Karriereplattform Einblick in den Joballtag verschiedener Branchen.

Spannende Karrierewege, besondere Ausbildungsprogramme, der Arbeitsalltag in verschiedenen Branchen und Jobs und immer wieder Nachhaltigkeit. Das waren die großen Themen des diesjährigen virtuellen Karriere-Events „Making Future ‘21“, zu dem sieben Titel der dfv Mediengruppe, darunter die TextilWirtschaft, am heutigen Dienstag eingeladen hatten.

Mehr als 500 Studierende, Absolventen und Young Professionals aus den Bereichen Handel, FMCG, Mode, Medien sowie Hotellerie, Gastronomie und Tourismus hatten sich zur digitalen Karriereplattform mit interaktiven Formaten wie Workshops, YP-Talks und Bewerbungsmappen-Checks angemeldet. Die auf jeweils 25 Teilnehmer beschränkten Sessions waren teilweise so gut besucht, dass es mitunter Wartelisten gab. Aus der Modebranche waren Marc O'Polo und die Klingel-Gruppe auf dem virtuellen Podium vertreten. Und bei den meisten Vorträgen und Diskussionsrunden ging es immer wieder um das Thema Nachhaltigkeit.

"Im Nachhaltigkeits-Team wollte ich länger bleiben"

Maria Borgardts ist erst seit zwei Monaten Assistant Design
Women Woven bei Marc O'Polo. Davor war sie seit Oktober 2020 als Trainee im Headquarter des DOB-Herstellers in Stephanskirchen. Im YP-Talk mit TW-Redakteurin Anna Lenz erzählt sie, warum ihr das so viel Spaß gemacht hat, obwohl ihr "Herz schon immer fürs Design brennt. Aber das Trainee-Programm hat mir so viele Türen geöffnet und Einblicke gegeben, die ich sonst nie gewonnen hätte. Ich habe damit in kürzester Zeit meinen Horizont extrem erweitert." Am interessantesten sei die Zeit im Nachhaltigkeits-Team gewesen, als sie an den aktuellen Audits für die GOTS-Zertifizierung teilnehmen konnte. "Eine Woche hat mir da gar nicht gereicht, da wollte ich gern länger bleiben und konnte dann auch regelmäßig an Team-Projekten teilnehmen", berichtet Borgardts.

"Wir wollen zeigen, dass es nachhaltige Mode gibt"

Aus Stephanskirchen war für einen Workshop auch Corporate Sustainability Manager Julian Aisslinger zugeschaltet,um über die "Journey to Sustainability. Since 1967.", zu berichten. Dabei ging es vor allem um den schweren Weg zur nachhaltigen Verpackung. "Wir wollen weg von Plastik, aber es ist sehr anspruchsvoll das richtige Material zu finden, das sich auch für lange Transportwege und verschieden Klimazonen eignet", berichtet Aisslinger. Zudem sei er gerade dabei, für Marc O'Polo den CO²-Fußabdruck zu berechnen. "Es ist extrem zeitaufwändig, hier alle Parameter vom Weg der Mitarbeiter zur Firma bis zu den Tier 4-Lieferanten in unserer komplexen Supply Chain mit mehr als 100 Lieferanten zu erfassen." Auf die kritische Frage einer Teilnehmerin, ob Mode überhaupt nachhaltig sein könne, antwortet Aisslinger: "Wir versuchen jeden Tag zu zeigen, dass es nachhaltige Mode geben kann. Schließlich ist das ein Handwerk aus der Steinzeit und heute eine Industrie, die viele Menschen ernährt. Wir alle wollen neue Kleidung, aber wir müssen maximal investieren, um Nachhaltigkeit und Mode zu kombinieren." Derzeit werde in Stephanskirchen ein Investitions-Lab für Circular Economy gegründet und gerade sei man auf der Suche nach einem Junior CSR-Manager.

"Wir können nicht nur billig, sondern auch nachhaltig"

Selbst bei der Klingel Gruppe ist Sustainability ein Thema, mit dem sich Kathleen Schneider, Product Manager DOB beschäftigt. "Wir wollen ja auch neue und jüngere Kundinnen ansprechen und für die ist das schon interessant. Da wollen wir zeigen, dass wir nicht nur billig, sondern auch nachhaltig können", erzählt sie im Gespräch mit Tim Dörpmund, Ressortleiter Digital bei der TextilWirtschaft. Generell sei es sehr anspruchsvoll, die Kollektionen und den Auftritt weiter zu verjüngen, zu modernisieren und neue Zielgruppen zu gewinnen. "Traditionell machen wir eher Mode für ältere Zielgruppen, aber mit neuen Eigenmarken sprechen wir jetzt immer jüngere Kundinnen an oder auch ältere, die sich aber cooler kleiden wollen." Eigenverantwortlich Produkte und Kollektionen erstellen und sich dabei kreativ einbringen zu können, dabei jedoch auch datengestützt zu entwickeln, reize sie besonders an einer Aufgabe wie der Kollektionserstellung für neue Zielgruppen, berichtet Schneider.

Andere Branchen im Blick

Neben der Modebranche präsentierten sich auch Manager aus anderen Bereichen dem Nachwuchs. Einblicke in "kollegiale Zusammenarbeit" boten beispielsweise die Alnatura-Projektleiter Roland Smigerski und Franziska Olbrich. Jirina Walorski, Sortimentsmanagerin Bereich Marke weiße Linie und Eigenmarke gekühlte Säfte + Smoothies bei Edeka erläuterte ihren Weg vom Trainee zur Führungskraft. Aber auch hier spielte das Thema Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle: So referierte Kai Klicker-Brunner, Lead Public Policy & Governmental Affairs, Communications DACH bei Pepsico zum Thema "Create Impact With Sustainability".
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