Digital-Strategie des DOB-Anbieters Funky Staff

"Online wird persönlich"

Wie kann die Industrie den Handel in der Krise unterstützen? Gelobt wird vielerorts Funky Staff aus Frankfurt am Main, die ihre Handelskunden dazu animieren, on- und offline zu verschmelzen.

Was Frauke Ludowig, Simone Thomalla oder Inka Bause tragen, das wollen viele Frauen genauso haben. Sichtbarkeit in sozialen Medien hat das Team von DOB-Anbieter Funky Staff aus Frankfurt am Main seit dem Start vor drei Jahren forciert. Inhaber Uwe Bernecker geht noch einen Schritt weiter und sagt: „Als Label muss man sich Gedanken machen, ob man den Einzelhandel wirklich unterstützen will oder nicht.“ Wer eigene Läden und einen Online-Shops betreibe, mit dem könne der Handel nicht wirklich gut zusammenarbeiten.


Bernecker weiter: „Viele Händler erstellen jetzt in großer Eile, mehr oder weniger schöne Webshops und versuchen damit wenigstens ein paar Teile zu verkaufen.“ Dabei würden sie Aufwand und Ergebnis relativ falsch einschätzen, denn als lokaler Händler erreiche man mit einem Webshop zunächst einmal nur Stammkunden. Überregionale Kunden, werden oft nur mittel- bis langfristig erreicht – unter hohem Aufwand.

Bereits vor der Krise hat das Team auf der Website eine Funktion eingebaut, die es Konsumentinnen ermöglicht direkte Bestellungen an Funky Staff-Händler zu tätigen. Der Online-Shop lässt Bestellungen von Endverbraucherinnen zu, die jedoch nicht von dem Unternehmen direkt ausgeliefert und berechnet werden, sondern ausschließlich von den Einzelhändlern vor Ort. Auch über Instagram und Facebook gibt es Verlinkungen, die es dem Handel möglich macht, direkt Umsätze zu erzielen.

Neu auf der Website ist der weiterentwickelte Storefinder, der 300 Kunden in Deutschland und einige Häuser in Österreich und der Schweiz auflistet. Neu daran ist die Verlinkung zu dem konkreten Angebot der Kunden, sodass sie sozusagen einen eigenen Webshop auf der Seite haben. In schwarzer Farbe gelistete Kunden versenden Ware, in grau markierte Häuser bieten stationär die Ware an. Auch kann die Verbraucherin sehen, welche Artikel bei welchem Händler erhältlich sind.

Sobald eine Anfrage per Mail den Händler erreicht, kann er zu- oder absagen. In jedem Fall nimmt er persönlich Kontakt auf. Für Bernecker ist hier der Punkt erreicht, wo Online-Kauf persönlich wird.

Durch die Corona-Krise sei die Hürde deutlich niedriger geworden, hier mitzumachen. Das System werde erst jetzt richtig genutzt. Außerdem ist er überrascht über den Zuspruch der Endkundinnen: „Der kleinteilige Handel erhält von seiner Kundschaft eine große positive Solidarität. Das hätte ich in dem Maß nicht für möglich gehalten.“

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