Digitale Ausgabe der Denim-Messe

So war Kingpins24

Screenshot von Kingpins24
Messegründer Andrew Olah führte durch das Programm der Veranstaltung Kingpins24.
Messegründer Andrew Olah führte durch das Programm der Veranstaltung Kingpins24.

Weber im Webinar. Von José Royo von Tejidos Royo über Piero Turk von Bossa bis hin zu Sedef Uncu Aki von Orta. Mit allen führte Kingpins-Gründer Andrew Olah von seinem Zuhause aus Interviews. Dabei nutzten einige Weber die Gelegenheit, ihre neusten Produkte vorzustellen, die sie in dieser Woche eigentlich auf der Kingpins Amsterdam gezeigt hätten.

So präsentierte etwa José Royo nach der Innovation Dry Indigo nun die Fortführung Dry Black, die auch das Färben schwarzen Denims ohne Wasser ermöglicht. Jeanologia stellte das Tool eDesigner vor, mit dem Produktentwickler Waschungen und Destroyed-Optiken digital auf der Jeans platzieren können.

Zwischen den Interviews mit einer oder mehreren Personen wurden von den Ausstellern eingeschickte Videos gezeigt. Dabei handelte es sich meist um Imagefilme, die nicht speziell auf die Saison Herbst 2021 eingingen. Da es sich beim Event dieses Mal nicht wie sonst um eine reine Fachveranstaltung handelte, sondern der Live-Stream offen für alle war, konnten Zuschauer so Firmen kennenlernen. Den einen oder anderen Experten dürften die Informationen jedoch zu oberflächlich gewesen sein.

So merkte ein User über das Live-Chat-Programm an, dass er gerne mehr Produktentwickler zu den kommenden Kollektionen gehört hätte. Mit einer Messe habe dieses Format für ihn nichts zu tun. Die Antwort von der Kingpins erschien schnell im öffentlichen Chat-Fenster: „Danke für dein Feedback. Wir notieren es uns für künftige Online-Events.“

Davon abgesehen waren die Rückmeldungen hauptsächlich positiv. Die Mehrheit freute sich darüber, auf diese Weise zusammenzukommen. Wie viele Zuschauer dem Livestream über Zoom folgten, war nicht einsehbar. Die meisten Programmpunkte sind auch im Anschluss als On-Demand-Inhalt einzusehen.

@murderbravado: Der Customization-Trend nimmt zu



Natürlich war die Coronakrise Gesprächsthema. Schließlich wird sie sicherlich auch die kommenden Kollektionen beeinflussen. Stefano Aldighieri von Another Design Studio geht davon aus, dass im kommenden Jahr nur die Hälfte der zuletzt abgesetzten Denim-Menge verkauft werde. Und auch danach werde das Wachstum nur langsam anlaufen. „Schon vor der Coronakrise gab es ja einen Wandel im Konsumverhalten“, merkte Aldighieri an. Piero Turk von Bossa glaubt an gestraffte Kollektionen: „Es braucht vielmehr einen Denim für viele Produkte statt 30 verschiedene Varianten.“

Dass die Krise einen Rückfall in puncto Nachhaltigkeit bedeuten könnte, befürchtet Frank Michel von Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC) nicht. In China seien die Webinars der Initiative zuletzt sogar 30% bis 40% häufiger aufgerufen worden als zuvor.

Amy Leverton, Autorin des Buchs Denim Dudes, gab kostenfrei einen kleinen Ausblick auf die Trends für Herbst/Winter 2021/22, das komplette Trend-Seminar kostete 35 US-Dollar (33 Euro). Zwei Entwicklungen hängen eng mit der Coronakrise zusammen: So wachse zum einen das Bedürfnis nach leichten, fließenden Denim-Qualitäten, die im Home-Office genauso angenehm zu tragen seien wie eine Jogginghose. Zum anderen nehme Personalisierung einen noch größeren Stellenwert ein als zuletzt. In diesem Zusammenhang gewinnen laut Leverton Instagram-Accounts an Bedeutung, die wirklich kreativ seien, während es Influencer ohne viel Substanz zunehmend schwieriger hätten.

@dasyori beweist: Denim hat viele Gesichter

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Rare And Beautiful Denim

Ein Beitrag geteilt von Liam Yori (@dasyori) am



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