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Hugo Boss: Digital von der Skizze bis zur Order

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Vom T-Shirt bis zur Tote Bag. Hugo Boss hat eine Kollektion komplett digital entwickelt, jetzt geht sie in die Order.
Vom T-Shirt bis zur Tote Bag. Hugo Boss hat eine Kollektion komplett digital entwickelt, jetzt geht sie in die Order.

Meilenstein der "Mission 3D". Hugo Boss präsentiert die erste Kollektion, die vom Design bis zur Order komplett digital entwickelt wurde. Geordert werden kann ab dem 14. Oktober, auch komplett virtuell.

Dass das Thema Digitalisierung bei Hugo Boss einen steigenden Stellenwert hat, zeigt nicht nur das jüngste Berater-Engagement des Vorstands Heiko Schäfer bei dem Start-up Presize. Vor allem das Produkt-Ressort hat in den vergangenen Jahren einiges auf dem Gebiet entwickelt. Nun stellt Vorstand Ingo Wilts die erste Kollektion vor, die komplett digital entstanden ist und auch geordert werden soll, ohne das physische Musterteile zum Einsatz kommen.

Ab dem 14. Oktober können Wholesale-Partner die Pre-Fall 21-Kollektion ordern. Sie umfasst 105 Teile und alle Produktgruppen, von Bekleidung über Schuhe bis hin zu Accessoires. "Die Produktentwicklung verlief rein digital – von den ersten Skizzen, der Auswahl der Materialien und Farben über das Prototyping bis hin zur fertigen Kollektion", heißt es dazu aus Metzingen.

Ingo Wilts, Chief Brand Officer bei Hugo Boss: "Avatare übernehmen letztlich die Funktion von Models."
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Ingo Wilts, Chief Brand Officer bei Hugo Boss: "Avatare übernehmen letztlich die Funktion von Models."
"Mit der Pre-Fall 21 Kollektion der Boss Men’s Casualwear bieten wir als eines der ersten Unternehmen eine komplett digitale Welt rund um unsere Kollektionsentwicklung und die Order-Phase ab", sagt Chief Brand Officer Wilts. "Avatare übernehmen letztlich die Funktion von Models und das digitale Lookbook ist ein wichtiger Schritt nach vorne in der Zusammenarbeit mit unseren Partnern."

Die Casualwear der Männer macht den Anfang mit einem komplett digitalen Auftritt.
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Die Casualwear der Männer macht den Anfang mit einem komplett digitalen Auftritt.
Viele Faktoren sprechen laut Hugo Boss für diesen Schritt. So habe man durch die digitalen Prozesse die Möglichkeit, entlang der gesamten Wertschöpfungskette "flexibler zu agieren, die Go-to-Market-Zeit zu verkürzen und sich stärker und schneller an Verbrauchertrends anzupassen". Auch dem einkaufenden Handel könne man mehr bieten, da Kosten aufgrund wegfallender physischer Samples gespart würden, gleichzeitig jedoch eine größere Auswahl an Kombinationen von Schnitten und Stoffen präsentiert werden könnten.

"Die fortschreitenden Entwicklungen in diesem Bereich werden zu immer nachhaltigeren Kreationsprozessen führen. Unsere Design-Teams können durch die digitalisierten Workflows eine Vielzahl an Ideen und Designs mit einem einfachen Klick visualisieren", sagt Wilts. "Diese Arbeitsweise schafft unendlich viele Möglichkeiten, kreative Konzepte umzusetzen, was letztlich den Erfolg der Kollektionen weiter stärkt und die Kundenbedürfnisse stärker in den Mittelpunkt stellt."

Für die Order spielen laut Hugo Boss dabei der digitale Showroom und das digitale Lookbook Schlüsselrollen. Hier sei es inzwischen möglich, durch hochauflösende Renderings der Entwürfe und Avatar-Models Eindrücke zu verschaffen, die der Realität extrem nahe kämen.

Um die digitale Transformation bei der Produktentwicklung voranzutreiben hatte der Konzern 2017 unter dem Namen "Mission 3D" ein entsprechendes Projekt ins Leben gerufen. Bis 2022 sollen 80% der der Kollektionen "vollständig digital" entwickelt werden.
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