NKD-CEO Ulrich Hanfeld zu den Ladenöffnungen

„Die Lage ist konfus“

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Das Filialunternehmen betreibt über 1800 Läden in Deutschland, Italien, Österreich, Kroatien und Tschechien.
Das Filialunternehmen betreibt über 1800 Läden in Deutschland, Italien, Österreich, Kroatien und Tschechien.

Discount-Filialist NKD in Bindlach betreibt über 1800 Filialen in Deutschland, Österreich, Italien, der Slowakein, Kroatien und Tschechien. Das Unternehmen beschäftigt rund 8000 Mitarbeiter, davon 6300 in Deutschland. 2019 hat NKD über 700 Mio. Euro erlöst. CEO Ulrich Hanfeld bemängelt die fehlende Rechtssicherheit bei der bevorstehenden Ladenöffnung in Deutschland.

 

TextilWirtschaft: Herr Hanfeld, wie hat sich NKD auf die gestrige Öffnung der rund 250 Filialen in Österreich vorbereitet?
Ulrich Hanfeld: Die gesetzlichen Auflagen hinsichtlich Spuckschutz haben wir natürlich erfüllt. Aber es gibt keine Rabattaktionen, keine besondere Werbung. Wir haben die Läden geöffnet und ein paar Radio-Spots geschaltet. Das war es.

Und wie läuft es?
Zu unserer großen Freude läuft es sehr gut. Die Frequenz ist zwar geringer als üblich, aber wir verzeichnen eine sehr hohe Conversion Rate und höhere Durchschnittsbons.

Was wird denn gekauft?
Wir sind bekanntlich Nahversorger für die ganze Familie mit einem hohen Hartwarenanteil. Und vor allem Hartwaren sind es, die gut laufen. Aus den Bereichen Garten, Freizeit und Sport. Gefragt ist auch DOB, außerdem Baby- und Kinder- sowie Sportbekleidung und Kurzwaren.

Eine Vorlage für Deutschland?
Haben wir gestern Abend noch gedacht und uns darauf gefreut, auch in Deutschland wieder einen großen Teil unserer Läden aufmachen zu können. Diese Hoffnung ist einer großen Konfusion gewichen.

NKD-CEO Ulrich Handeld: "Uns fehlt die Rechtssicherheit."
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NKD-CEO Ulrich Handeld: "Uns fehlt die Rechtssicherheit."

Warum?
Uns war klar, dass die Filialen in Bayern zunächst geschlossen bleiben. Nun gibt es aber in ersten weiteren Bundesländern die Diskussion, sich möglicherweise der Haltung von Bayern anzuschließen.

Haben Sie schon Infos zu möglichen Auflagen für Läden, die öffnen dürfen?
Leider nein. Wir bekommen nirgendwo eine klare Aussage. Brauchen wir einen Spuckschutz? Wird die Zahl der Kunden in den Läden begrenzt? Gibt es weitere Auflagen? Gleichwohl hören wir, dass die Ordnungsämter nicht eingehaltene Auflagen sanktionieren sollen. Wir wollen ja gerne alle Auflagen erfüllen. Dafür müßte man uns aber sagen, welche es gibt. Zumindest Stand heute Mittag ist die Lage konfus. Uns fehlt die Rechtssicherheit.

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