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Betroffene Mitarbeiter in Quarantäne - keine radikalen Maßnahmen

Adidas hat den ersten Corona-Fall

Foto: Adidas
Erster Corona-Fall: Die Adidas-Zentrale in Herzogenaurach
Erster Corona-Fall: Die Adidas-Zentrale in Herzogenaurach

Absehbar: Angesichts der hohen Mitarbeiterzahl und der starken Internationalisierung hat jetzt auch Adidas den ersten Corona-Fall.

Wie der Konzern auf TW-Anfrage bestätigte, wurde Mitte der Woche ein Mitarbeiter in der Herzogenauracher Zentrale positiv auf Covid-19 getestet. In welcher Abteilung der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin tätig ist und wo er/sie sich möglicherweise angesteckt hat, wird nicht mitgeteilt.

Wie geht Adidas nun damit um?

Als Erstes seien der Mitarbeiter sowie Kollegen, die direkten Kontakt mit der betreffenden Person hatten, am Mittwoch umgehend nach Hause geschickt worden. „Die betroffenen Mitarbeiter bleiben 14 Tage lang in der Hausquarantäne oder können bei negativem Testergebnis an den Arbeitsplatz zurückkehren“, schreibt Karen Parkin, die im Vorstand für Personal zuständig ist, in einer internen Mitteilung, die der TextilWirtschaft vorliegt.

In der Nacht zum Donnerstag wurden darüber hinaus in der Konzernzentrale „kritische Bürobereiche gründlich gereinigt“. Adidas werde weiterhin alle behördlichen Vorsichtsmaßnahmen befolgen. Eine komplette Schließung der Zentrale gehört offensichtlich nicht dazu. Im Gegensatz zu Nike: Der US-Konzern hatte Anfang der Woche seine Europazentrale in Hilversum für zwei Tage zwecks Reinigung komplett dichtgemacht.

„Wir bewerten weiterhin jede Situation individuell“, heißt es bei Adidas. Parkin will offensichtlich jegliche Panikmache vermeiden und bleibt bei bekannten Allgemeinplätzen. Sie erklärt in dem Schreiben, das sich an externe Geschäftspartner richtet, nochmal die Corona-Symptome wie Fieber, Müdigkeit und trockenen Husten. Außerdem rät sie zu den gängigen Vorsichtsmaßnahmen, darunter Hände waschen, Abstand halten und in die Armbeuge niesen. Weiter bittet Parkin die Geschäftspartner, alle diagnostizierten Mitarbeiter und Verdachtsfälle, die Kontakt mit Adidas-Mitarbeitern haben, sofort an Adidas zu melden.

Um die Ausbreitung im Unternehmen einzudämmen, halte man „höchste Hygienestandards“ ein und habe ein vorläufiges Verbot für internationale Geschäftsreisen ausgesprochen. Außerdem gebe es Business-Pläne für alle denkbaren Szenarios. Was das konkret heißen soll, darauf gibt es aus Herzogenaurach keine Antwort.

Was den operativen Betrieb betrifft, weist eine Sprecherin darauf hin, dass es in der Zentrale „ohnehin und unabhängig vom Coronavirus die Möglichkeit gibt, 20% der Arbeitszeit außerhalb des Campus zu verbringen und zum Beispiel von Zuhause zu arbeiten“. An dieser Regelung habe sich bisher nichts geändert.

„Zum Schutz unserer Mitarbeiter ermutigen wir diese aber, an allen unseren Standorten, persönliche Treffen zu reduzieren, sofern erforderlich, und stattdessen verstärkt Videokonferenztechnologie zu nutzen.“ Auch Veranstaltungen würden aktuell virtuell abgehalten. Ihr Fazit: „Wir werden die Situation weiterhin aufmerksam beobachten und weitere Maßnahmen ergreifen, sofern erforderlich.“
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