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Interview mit Zalando-Einkäufer Marius Brintrup

„Von Bekleidungs-Brands lernen”

Zalando
„Marken, die ihre Logistik-Kette optimieren, gewinnen Marktanteile”
„Marken, die ihre Logistik-Kette optimieren, gewinnen Marktanteile”

Weiße Sneaker, Sandalen und Bauchtaschen gehören bei Zalando aktuell zu den Topsellern. Doch auch Backend-Prozesse wie eine reibungslose Nachversorgung auf Seiten der Hersteller zählen für Chefeinkäufer Marius Brintrup zu den Erfolgsfaktoren im Männerschuh-Business.

TextilWirtschaft: Herr Brintrup, wie war das Frühjahr?
Marius Brintrup:
Wir sind sehr zufrieden mit der Performance der Footwear. Wir sehen aber auch, dass sich der Markt rasant verändert. Der klassische Schuhkunde kauft inzwischen trendbasierter und Trends entwickeln sich deutlich schneller im Markt. Anbieter, die sich nicht ausreichend auf die neuen Gegebenheiten einstellen, können Probleme bekommen. Bekannte Marken wie Lacoste, Tommy Hilfiger oder Levi’s funktionieren sehr gut. Hier sind klassische White Sneaker um 100 Euro der Treiber. Ein Vorteil dieser Brands ist zudem, dass sie bei uns ein Head to toe-Marketing spielen können, da wir auch ihr Bekleidungssortiment listen. Namen wie Birkenstock oder Dr. Martens erleben einen Hype und wir sehen starkes Interesse an den ikonischen Silhouetten, bieten aber dennoch ein sehr breites Angebot.


Welche Herrenschuh-Modelle waren im Hochsommer besonders gefragt?
Natürlich verkaufen wir im Hochsommer sehr gut offene Schuhe und Sandalen, unter anderem von Birkenstock, Adidas, Nike und Lacoste.

Was zeichnet zurzeit einen erfolgreichen Anbieter aus?
Klassische Schuhanbieter können noch viel von Sneaker- und starken Bekleidungs-Brands lernen. Beispielsweise: Wie kann ich meine Story erzählen? Wie kann ich einen Hype kreieren? Wie kann ich meine Logistik-Prozesse umstellen, um kundenzentrierter zu werden? Viele Schuhhersteller arbeiten noch sehr klassisch und verlieren deshalb Marktanteile an Sneaker-Spezialisten oder große Brands aus dem Bekleidungsbereich. Das Brown Shoe-Geschäft wächst nicht generisch, aber Marken, die den Kunden erreichen und ihre Logistik-Kette optimieren, gewinnen Marktanteile.

Wie entwickelt sich das Sneaker-Business und auf welche Freizeitschuhe setzen Sie?
Sneaker bleiben ein großes Thema für uns. Wir setzen auf Core Sneaker Brands wie Adidas und Nike, aber werden hier auch weiterhin mit Playern wie Tommy Hilfiger, Veja und Lacoste wachsen. Inzwischen ist der Sneaker kein ausschließliches Trendthema mehr, sondern in der Menswear als Basic integriert.

Welche Accessoires sehen Sie als aussichtsreich für das nächste Frühjahr?
Rucksäcke und Bauchtaschen bleiben Trend. Im Sommer sind Caps von New Era essenziell. Neben Brands wie Nike sind auch Outdoor-Labels wie The North Face und Patagonia Gewinner. Viele Marken unterschätzen die Bedeutung von Accessoires. Wenn der Fokus einiger Anbieter noch stärker auf diesem Segment läge und sie strategisch an ihrem Angebot arbeiten würden, wäre das Potenzial in diesem Bereich noch viel größer.

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