Einstiger Online Pure Player plant Ausbau des Stationärgeschäfts

Amazon will angeblich Kaufhäuser eröffnen

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Bislang beschränkte sich das Engagement von Amazon Fashion im Stationärhandel auf zeitlich begrenzte Pop-ups in den USA und London. Möglicherweise können die Mode-Eigenmarken schon bald auch in Amazon-eigenen Kaufhäusern anprobiert werden.
Bislang beschränkte sich das Engagement von Amazon Fashion im Stationärhandel auf zeitlich begrenzte Pop-ups in den USA und London. Möglicherweise können die Mode-Eigenmarken schon bald auch in Amazon-eigenen Kaufhäusern anprobiert werden.

Amazon plant angeblich den Einstieg in das schrumpfende Warenhaus-Geschäft. Die Stores sollen rund 2800m² groß sein und hauptsächlich Mode, Möbel und Elektronikprodukte anbieten, vornehmlich von den eigenen Labels, berichtet das Wall Street Journal.

Amazon will in den USA mehrere kleinere Kaufhäuser eröffnen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Personen, die mit den stationären Plänen des weltgrößten Online-Händlers vertraut seien. Demnach hat sich der US-Konzern vorgenommen, in Kalifornien und Ohio Läden einzurichten, die jeweils rund 2800m² groß sind.


Die Flächen wären somit deutlich größer als die der bestehenden Amazon-Läden für Bücher, (Amazon Four Stars) Lebensmittel (Amazon Go, Amazon Fresh und Whole Foods) sowie Pop-up-Stores in denen Amazon-Produkte wie Smart Speaker angeboten werden. Aber auch wesentlich kleiner als die Verkaufsflächen der meisten US-Kaufhäuser, die im Schnitt etwa drei bis viermal so groß sind. Die Amazon-Kaufhäuser würden vielmehr den abgespeckten Standorten von Warenhausgrößen wie Bloomingdale's und Nordstrom ähneln, die mit diesen Konzepten auf die gesunkene Nachfrage nach klassischen Kaufhäusern reagieren.

Der Beratungsfirma Customer Growth zufolge wurde in den US-Warenhäusern in diesem Jahr weniger als 1% des gesamten Einzelhandelumsatzes erwirtschaftet. Vor einer Generation seien es noch mehr als 10% gewesen. Die Krise der großen Warenhäuser hatte sich wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr weiter verschärft, sodass Traditionsunternehmen wie J.C. Penney, Neiman Marcus, Lord & Taylor Insolvenz anmelden mussten.

Für Amazon könnte sich die Expansion in dieses schrumpfende Marktsegment dennoch lohnen. Schließlich hätte der Online-Händler damit die Möglichkeit, besser seine Modeprodukte zu präsentieren und zu verkaufen, die online häufig wegen Passformproblemen umgetauscht werden. Oder weil Farbe und Stoff im Internet häufig anders aussehen als im wahren Leben. Zudem werden im Internet vornehmlich Bekleidungsartikel gekauft, die der Verbraucher schon sehr gut kennt. Auf die Mode-Eigenmarken von Amazon, in die der Konzern seit mehreren Jahren intensiv investiert, trifft das meistens nicht zu.

Nach Berechnungen des Finanzdienstleisters Wells Fargo hat Amazon im März dieses Jahres Walmart als größten Bekleidungshändler der USA abgelöst. Mit einer stationären Präsenz könnte Amazon diese Position verfestigen. Bislang hat der Online-Riese nur zeitliche begrenzte Pop-up-Stores für Mode betrieben.

Neben Bekleidung sollen die Amazon-Warenhäuser auch Möbel, Batterien und Elektronikprodukte anbieten, vornehmlich von den eigenen Labels, aber auch von Top-Marken berichtet das Wall Street Journal weiter. Darüber hinaus sollen die Geschäfte auch als Annahmestellen von Online-Retouren dienen. Amazon will sich dazu bislang nicht äußern.

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