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Empörung im Handel

"Warum darf der Friseur auflassen, aber ich nicht"

Modissima
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Bei allem Verständnis für die notwendigen Maßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus macht sich bei einigen Händlern, die an kreativen Verkaufswegen in der Krise arbeiten, doch Empörung breit.

"Warum dürfen Wochenmärkte, Friseure, Baumärkte und Brillenläden aufhaben, aber ich als Modehändler nicht?" fragt Händlerin Karin Gallois, die unter Modissima sieben Geschäfte an Standorten rund um Bingen und Bad Kreuznach mit über 30 Mitarbeitern betreibt. Ein Optiker käme seinen Kunden doch viel näher als sie im Verkauf von Mode. Was die Bundesregierung unter lebensnotwendigen Einkäufen verstehe, sei doch sehr fragwürdig.  Die Unternehmerin spricht vielen aus der Seele, wenn man sich das aktuelle Stimmungsbild auf den sozialen Netzweken betrachtet.

Ihr Ärger ist vor allem deshalb so groß, weil sie sich im Zuge der offiziellen Ladenschließungen um alternative Verkaufswege bemühen wollte, etwa über Einzelberatung und -termine mit Kundinnen, die ohnehin nebenan beim Friseur sind, oder über das Verschicken von Outfitboxen.  Allerdings hat ihr da das Ordnungsamt einen Strich durch die Rechnung gemacht. "Die haben unser Schild an der Tür gesehen. Daraufhin hat man uns sofort verwarnt. Wir dürfen auch einzeln niemanden in den Laden lassen. Dabei stehen die Menschen im Supermarkt dicht an dicht", so Gallois.

Natürlich verstehe sie die Maßnahmen. Allerdings tue sich doch eine gewisse Ungerechtigkeit auf: "Da wird der Textileinzelhandel mit Füßen getreten. Der März ist unser wichtigster Monat. Jetzt könnten wir Geld verdienen. Was das für uns bedeutet, davon hat die Regierung in Berlin keine Ahnung", so die Händlerin.
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