Erneute Shutdown-Verlängerung

Stores bleiben bis 7. März geschlossen

Imago/Hanno Bode

Bund und Länder haben sich auf eine Verlängerung des Shutdown bis zum 7. März geeinigt. Damit haben sich die Ministerpräsidenten durchgesetzt. Das Kanzleramt hatte eine Verlängerung bis zum 14. März favorisiert.

"Die Verlängerung war nach den öffentlichen Diskussionen zu befürchten", kommentiert Katag-Vorstandschef Daniel Terberger die Entscheidung. Obwohl der Gesundheitschutz selbstverständlich oberste Priorität habe, sei die Verlängerung des Shutdown inhaltlich nicht nachvollziehbar, insbesondere vor dem Hintergrund abweichender Entscheidungen anderer europäischer Länder. "Man kann nicht bei der Impfstoff-Beschaffung die europäische Zusammenarbeit über operative Exzellenz und Schnelligkeit stellen und bei den Öffnungsentscheidungen jeden EU-Staat sein eigenes Ding machen lassen."

Für BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels ist der verlängerte Shutdown ein "weiterer Supergau für den stationären Fashion-Handel". "Viele Händler und Unternehmen haben zwischenzeitlich ihre Rücklagen und Reserven aufgebraucht. Die Gefahr vermehrter Insolvenzen steigt von Tag zu Tag. Und vor allem auch die Mitarbeiter der Branche haben immer mehr Angst um die Zukunft ihre Arbeitsplätze. Es ist der blanke Horror."

Angesichts vieler, bislang nahezu erfolgloser, Vorstöße von Verbänden, Verbundsgruppen und auch einzelner Unternehmen, auf die spezielle Lage des Modehandels aufmerksam zu machen, ist der Frust groß. "Die Politik schenkt dem Handel überhaupt kein Gehör mehr und das in einer Dimension, die vor der Pandemie unvorstellbar war", stellt Unitex-Chef Gerhard Albrecht fest.

Die Bereitschaft, mit rechtlichen Mitteln gegen die Beschlüsse vorzugehen, steigt vor diesem Hintergrund. Musterkläger werden bereits gesucht.



Die Ministerpräsidentenrunde und das Kanzleramt wollen am 3. März über die weiteren Corona-Maßnahmen beraten. Bedingung für die Öffnung des Einzelhandels soll laut aktuellem Beschluss eine 7-Tage-Inzidenz von 35 sein. Katag-Chef Daniel Terberger fordert, am 3. März in jedem Fall die entgültig Öffnung der Läden zu beschließen. "Es ist alternativlos, dass die heute beschlossene erneute Verlängerung tatsächlich die letzte ist", so Terberger. "Die Alternative bedeutet die Vernichtung des mittelständischen Handels und damit auch die Vernichtung unserer Innenstädte."


Mit Material von Reuters 
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