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Gewinnwarnung für das 2. Halbjahr

Esprit rechnet mit hohem Verlust

Esprit
Harte Zeiten für Esprit-CEO Anders Kristiansen. Sein Unternehmen muss eine Gewinnwarnung geben.
Harte Zeiten für Esprit-CEO Anders Kristiansen. Sein Unternehmen muss eine Gewinnwarnung geben.

Die in vielen Ländern angeordneten Ladenschließungen treffen Esprit hart: Das Unternehmen bereitete in einer Pflichtmitteilung an der Börse Hongkong seine Investoren auf einen beträchtlichen Verlust im zweiten Halbjahr vor. "Die Pandemie wird den Umsatz der Gruppe in der zweiten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres, das am 30. Juni 2020 endet, deutlich negativ beeinflussen, weshalb das Management erwartet, dass die Gruppe im 2. Halbjahr 2019/20 einen erheblichen Verlust erleiden wird", heißt es in der Mitteilung.

Die Maßnahmen, die Regierungen weltweit zur Eindämmung des Coronavirus tätigen, haben in vielen Ländern dazu geführt, dass das öffentliche Leben komplett lahmgelegt ist. Das habe bei Esprit die Schließung einer beträchtlichen Anzahl von Geschäften als Folge, insbesondere in Frankreich, Italien, Spanien, Polen und Österreich, wobei andere europäische Länder vermutlich folgen werden. Auch für Deutschland, wo im Bayern Modeläden schon dicht bleiben müssen, hat die Bundesregierung solche Maßnahmen bereits angekündigt.



Esprit schreibt in dem Statement: "Offensichtlich ist die Stimmung im Bekleidungshandel auf dem niedrigst möglichen Niveau." Das Geschäft im eigenen Retail und der Partner habe sich extrem reduziert. "Darüber hinaus ist die Logistik der Lieferketten von Warensendungen erheblich beeinträchtigt."

Konkrete Zahlen kann Esprit-Chef Anders Kristiansen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen. Das Unternehmen verweist darauf, dass die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Ausbreitung der Pandemie in den Märkten, in denen Esprit und die Zulieferer tätig sind, nicht vorhersehbar sind und es keine verlässliche Schätzung gebe, wann die Pandemie vorüber sein könnte.

Die Corona-Krise trifft Esprit mitten in der Sanierungsphase. Kristiansen, seit Sommer 2018 CEO, hat etliche unprofitable Läden geschlossen, das Sortiment gestrafft und den Verlust zuletzt deutlich reduziert. Die Umsätze von Esprit waren im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/20 (Stichtag: 31.12.) um rund 15% auf 5,76 Mrd. Hongkong-Dollar eingebrochen. Umgerechnet in Euro setzte das Unternehmen damit 679,5 Mio. Euro um. Vor Steuern stand zwar abermals ein Verlust von 334 Mio. HKD (ca. 39,4 Mio. Euro) zu Buche. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018/19 hat Unternehmenschef Kristiansen den Verlust aber deutlich eindämmen können: Damals betrug das Minus vor Steuern noch 1,7 Mrd. HKD und damit mehr als 200 Mio. Euro.
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