Erstes Quartal 2020

Levi's-Mutter mit Umsatzplus

Levi's
Erst im Februar hat Levi's einen Customization-Tempel in Miami eröffnet. Er ist nun, wie die meisten anderen Stores des Labels, bis auf Weiteres geschlossen.
Erst im Februar hat Levi's einen Customization-Tempel in Miami eröffnet. Er ist nun, wie die meisten anderen Stores des Labels, bis auf Weiteres geschlossen.

Wie gewonnen, so zerronnen. Vor allem zwei Aspekte wirkten sich auf das erste Quartal von Levi Strauss & Co aus: Black Friday und Corona.

Mit einem Umsatz von 1,5 Mrd. US-Dollar (1,4 Mrd. Euro) hat Levi Strauss & Co (Levi’s, Dockers) das erste Quartal des Geschäftsjahres 2020 (Stichtag: 23. Februar) verglichen mit dem Vorjahr abgeschlossen. Das entspricht einem Plus von 5% (währungsbereinigt 6%). Der Nettogewinn konnte um 4% auf 153 Mio. Dollar gesteigert werden. Währungsbereinigt lag das Plus bei 8%. Das bereinigte Ebit sank um 8% auf 189 Mio. Dollar.

Die Bruttomarge erhöhte sich um 110 Basispunkte auf 55,7% – der höchste vierteljährliche Wert in der jüngeren Unternehmensgeschichte. Dies begründet der Konzern unter anderem mit vorteilhaften Preiserhöhungen und dem Wachstum des Direktverkaufs an die Verbraucher. Der Umsatz über direkte Kanäle habe um 13% zugelegt. Beides Punkte, die vom hiesigen Handel zunehmend kritisiert werden.

Als zwei wichtige beeinflussende Faktoren hebt der Konzern den Black Friday und die Coronakrise hervor. Während der etablierte Schnäppchentag das Umsatzwachstum mit drei Prozentpunkten begünstigt habe, werden die negativen Auswirkungen des Ausbruchs von Covid-19 und der anhaltenden Unruhen in Hongkong auf zwei Prozentpunkte geschätzt. In Asien habe der Ausbruch der Epidemie für Umsatzverluste von 20 Mio. Dollar gesorgt.

„Dieses Unternehmen hat 167 Jahre lang überlebt und alles, von zwei Weltkriegen, der Weltwirtschaftskrise, Erdbeben, Bränden und der Grippepandemie von 1918, erfolgreich überstanden, wobei wir unseren Werten treu geblieben sind. Ich glaube, der wahre Charakter eines Unternehmens zeigt sich in einer Zeit der Krise, und wie in der Vergangenheit werden wir auch jetzt unsere Stärken nutzen und Chancen ergreifen, um langfristig erfolgreich zu bleiben.“
Chip Bergh, Präsident und CEO von Levi Strauss & Co


Bevor Mitte Januar die Läden auf dem chinesischen Festland schließen mussten, habe das Umsatzwachstum in Asien im zweistelligen Bereich gelegen. Mittlerweile sind bis auf sechs Franchise-Stores alle Filialen wieder geöffnet, einschließlich des Flagschiffs in Wuhan. Während die Frequenz und der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr noch rückläufig seien, verbessere sich die Verkaufsleistung von Woche zu Woche, insbesondere über digitale Kanäle.

Da seit Mitte März fast alle Stores außerhalb China, Korea und Japan geschlossen sind, erwartet der Konzern erhebliche negative Auswirkungen auf Umsatz, Gewinn und Cashflow des zweiten Quartals. Das Aktienrückkaufprogramm wird bis auf Weiteres ausgesetzt.

Amerika steht für die Hälfte des Umsatzes von Levi Strauss & Co



„Unsere Ergebnisse des ersten Quartals unterstreichen die Stärke der Marke Levi's und die Wirksamkeit unserer Strategien zur Diversifizierung unseres Geschäfts, die beide entscheidend sind, um gestärkt aus der aktuellen Krise hervorzugehen“, ist Chip Bergh, Präsident und CEO von Levi Strauss & Co, überzeugt. Die Bilanz sei solide und das erfahrene Führungsteam scheue sich nicht davor, Initiativen zu ergreifen, die das Geschäft trotz der Krise zum Besseren verändern, heißt es von ihm weiter.

CFO und Executive Vice President Harmit Singh ergänzt: „Kurzfristig senken wir die Kosten und Kapitalausgaben und verwalten gleichzeitig den Bestand und die Bruttomargen. Wir haben eine gesunde Bilanz aufgebaut, die uns erhebliche Liquidität verschafft, um sowohl kurzfristig den Sturm zu überstehen als auch gestärkt daraus hervorzugehen, wobei unser langfristiger Wachstumsalgorithmus intakt bleibt.“

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