Erstes Quartal der Luxusmode-Branche

Moncler-Umsatz bricht um 18% ein

Veit

Die Covid-19-Pandemie trifft sämtliche Luxusmarken. Nachdem LVMH und Kering bereits zweistellige Einbußen erlitten haben, folgt nun Moncler. CEO Remo Ruffini streicht die Dividende, um für den Neustart vorbereitet zu sein.

Selbst der erfolgsverwöhnte Luxusmode-Anbieter Moncler kann sich der Covid-19-Krise nicht entziehen. Der Umsatz der Mailänder Marke fiel im ersten Quartal 2020 um 18% auf 310 Mio. Euro. Um sich für den Abschwung zu rüsten, streicht Moncler die Dividende für das Geschäftsjahr 2019 und kürzt die Investitionen um 30%.


Moncler-CEO Remo Ruffini spricht von einer Zeit „vor und nach“ Covid-19. „Wir haben es mit einem unbekannten Feind zu tun. Er ist schnell, er ist global. Wir haben verstanden, dass wir auf außergewöhnliche und rasche Weise reagieren müssen.“ Die Prioritäten lauteten nun „Brand First“ und „Cash is King“, sagt Ruffini: „Jetzt müssen wir an den Neustart denken.“

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Die Dividende zu streichen, sei angesichts eines Barmittel-Bestands von 700 Mio. Euro kein Muss, sagte Ruffini. „Unsere Bilanz ist stark. Es ist also nicht notwendig, die Dividende zu streichen. Ich habe die Entscheidung aber begrüßt.“ Ursprünglich hatte Moncler eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie in Aussicht gestellt. Das hätte einer Summe von 139 Mio. Euro entsprochen. Ruffini ist mit 22,5% der größte Einzelaktionär.

Der Luxusmode-Industrie steht wegen der Coronavirus-Krise das schwierigste Jahr seit Dekaden bevor. Die Beratungsgesellschaft Bain & Co prognostiziert ein Umsatzrutsch von bis zu 35%. Die US-Investmentbank Goldman Sachs geht von einem Minus von 30% aus.

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Die Zahlen von Moncler folgen auf die von LVMH und Kering. Der weltgrößte Luxusmode-Konzern LVMH verzeichnete im ersten Quartal einen Rückgang des organischen Umsatzes um 17% auf 10,6 Mrd. Euro. Dabei zeigte sich die Sparte Mode und Lederwaren mit Top-Brands wie Louis Vuitton, Christian Dior und Fendi mit einem Minus von 10% auf 4,6 Mrd. Euro vergleichsweise resistent.

Der Kering-Konzern, dem die Marken Gucci, Saint Laurent und Bottega Veneta gehören, verzeichnete im ersten Quartal einen Umsatzrutsch von wechselkursbereinigt 16% auf 3,2 Mrd. Euro. Die Top-Brand Gucci büßte 23% ein. Der Umsatz fiel auf 1,8 Mrd. Euro.

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