Erstes Quartal der Luxusindustrie

Hermès hält Covid-19-Einbußen in Grenzen

Guillaume de Laubier
Wie ein Filmset: Hermès-Schaufenster aus dem Jahr 1995
Wie ein Filmset: Hermès-Schaufenster aus dem Jahr 1995

Die Luxusmarke Hermès scheint bislang besser durch die Krise zu kommen als die meisten Konkurrenten. In den ersten drei Monaten fiel der Umsatz nur einstellig. Inzwischen zieht die Kundenaktivität auf dem chinesischen Festland wieder an.

Die Luxusmarke Hermès erweist sich einmal mehr als außergewöhnlich widerstandsfähig. Während Wettbewerber wie LVMH und Kering wegen der Covid-19-Pandemie im ersten Quartal zweistellig an Umsatz verloren haben, büßte das Unternehmen nur knapp 8% ein.


Der Umsatz rutschte in den ersten drei Monaten von 1,6 auf 1,5 Mrd. Euro ab. Obwohl Hermès Ende Januar alle elf Läden auf dem chinesischen Festland schließen musste, lag das Minus in der Region Asien-Pazifik, Japan ausgenommen, bei vergleichsweise milden 9%.

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„Die Stabilität unseres auf Handwerkskunst basierten Modells, der Appeal unserer Produkte sowie der Einsatz all unserer Teams sind die entscheidenden Voraussetzungen, um zuversichtlich die größten Unsicherheiten dieses ersten Quartals hinter uns zu lassen“, sagte CEO Axel Dumas.

Hermès stellt den Kapitalmarkt auf ein schwieriges zweites Quartal ein. Allerdings gibt es erste positive Anzeichen. Alle Geschäfte auf dem chinesischen Festland sind wieder geöffnet. „Die Kundenaktivität nimmt zu.“ Offen ist seit Anfang April auch der erweiterte Guangzhou-Laden.

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Die Quartalszahlen deuten darauf hin, dass Hermès im Vergleich zu den meisten Konkurrenten besser durch die Krise zu kommen scheint. Der weltgrößte Luxusmode-Konzern LVMH verzeichnete im ersten Quartal einen Rückgang des organischen Umsatzes um 17% auf 10,6 Mrd. Euro. Dabei zeigte sich die Sparte Mode und Lederwaren mit Top-Brands wie Louis Vuitton, Christian Dior und Fendi mit einem Minus von 10% auf 4,6 Mrd. Euro vergleichsweise resistent.

Der Kering-Konzern, dem die Marken Gucci, Saint Laurent und Bottega Veneta gehören, musste im ersten Quartal einen Umsatzrutsch von wechselkursbereinigt 16% auf 3,2 Mrd. Euro hinnehmen. Die Top-Brand Gucci büßte 23% ein. Der Umsatz fiel auf 1,8 Mrd. Euro. Die Mailänder Luxusmarke Moncler büßte 18% ein, der Umsatz fiel auf 310 Mio. Euro.

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