Exklusiv-Umfrage

Darauf kommt es den Deutschen beim Maskenkauf an

imago images / Jan Huebner
Beim Einkaufen gilt die Mundschutz-Pflicht. Selbstgebastelte und Wegwerf-Masken sind den Deutschen offenbar am liebsten.
Beim Einkaufen gilt die Mundschutz-Pflicht. Selbstgebastelte und Wegwerf-Masken sind den Deutschen offenbar am liebsten.

Seit dieser Woche gilt in allen Bundesländern die Maskenpflicht, durch die die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden soll. Viele Modehändler sind unterdessen mit dem Mundschutz-Verkauf gestartet. Worauf es den Deutschen beim Maskenkauf ankommt und wie viel sie bereit sind auszugeben, hat das Marktforschungsinstitut Appinio exklusiv für die TW in einer repräsentativen Umfrage ermittelt.

Das Angebot an modischen Masken ist breit − von Armedangels und Recolution bis hin zu Off-White. Der Discounter Lidl wiederum geht mit einem Einwegmasken-Paket an den Start. Die Preise variieren stark: vom Selbstkostenpreis bis hin zu 1000 Euro pro Stück. Doch wie viele Deutsche wollen sich überhaupt einen modischen Mundschutz zulegen − und wie viel sind sie bereit zu investieren?

Der Erhebung zufolge benutzt derzeit der Großteil der Deutschen selbstgemachte Masken. Das geben 50% der Umfrageteilnehmer an. Modische Masken sind demnach derzeit eher die Ausnahme: Nur 6% tragen derzeit einen Mundschutz eines Modehändlers oder einer Modemarke. Die jüngeren Altergruppen (16-17, 18-24, 25-34 Jahre) tun dies häufiger als die älteren Befragten (11% vs. 5%). 32% der Deutschen greifen stattdessen zu Wegwerfmasken, 17% zu Masken ohne Ventil und 12% zu Masken mit Ventil. 11% nutzen einfach einen Schal oder einen Tuch als Mundschutz.
Über die Erhebung
Bei der Umfrage handelt es sich um eine Mobile-/Online-Befragung in Deutschland vom 27. bis 28. April 2020. Die insgesamt 1009 Teilnehmer sind zwischen 16 und 99 Jahre alt. Das Durchschnittsalter liegt bei 40,7 Jahren. Die Erhebung ist für die deutsche Bevölkerung repräsentativ nach Alter und Geschlecht.
Selbstgemachte − zum Beispiel genähte − Masken bleiben auch in der Theorie die beliebtesten Mundschutze. Für 62% der Deutschen kämen sie generell in Frage. Mehr als die Hälfte könnte sich mit Wegwerfmasken anfreunden (51%), 39% mit Masken mit Ventil. Immerhin: 26% würden generell zu modischen Masken greifen.

Interessant sind auch die Ergebnisse zur Zahlungsbereitschaft für Masken. Off-White hat seinen Mundschutz bei Farfetch beispielsweise für mehr als 1.000 Euro verkauft. Die Deutschen sind laut der Befragung deutlich sparsamer, wenn es um die Investition in Masken geht. Die Mehrheit würde bis zu 5€ ausgeben (47%). Immerhin 22% wären bereit, eine Maske für bis zu 10€ zu kaufen. Fast genau so viele Befragte wollen allerdings gar kein Geld für ein Mundschutz-Produkt in die Hand nehmen. 8% können sich vorstellen, bis zu 20€ zu investieren, 1% bis zu 50€.

Nur 4% wollen eine Maske beim Modehändler kaufen

Auch wenn es darum geht, an welchen Orten die Masken gekauft oder besorgt werden, wird die Vorliebe der Deutschen zu den selbstgemachten Teilen deutlich. So geben 16% an, sich die Maske selber zu nähen oder nähen zu lassen. Dies ist die zweithäufigste Antwort der Umfrageteilnehmer. Der Großteil will sich einen Mundschutz in der Apotheke besorgen (26%). Im Internet, zum Beispiel auf Amazon, wollen 15% auf die Suche gehen. Fast genau so viele besorgen sie im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis (14%). Nur 4% wollen der Umfrage zufolge bei Modehändlern wie About You einen Mundschutz kaufen.

Bei der Frage, wo die Teilnehmer ihren Mundschutz bekommen haben, taucht häufig der Arbeitgeber auf. Es wurden aber unter anderem auch die Orte Apotheke, Tedi, Edeka oder der Onlineshop des FC Bayern München genannt.


In Hinblick auf den Status Quo haben 50% der Teilnehmer bereits mehrere Masken. Ein Viertel plant, sich mehr als einen Mundschutz anzuschaffen. 17% wiederum sind mit einer einzigen Maske zufrieden. Insgesamt besitzen Frauen etwas häufiger eine Maske als Männer (54% vs. 47%).

Funktionalität geht vor Design

Wie ein weiteres Ergebnis der Befragung zeigt, kommt es den Deutschen mehr auf Funktionalität des Mundschutzes als auf seine Ästhetik an (51% vs. 10%). Den Teilnehmern, die ihre Maske am ehesten bei einem Modehändler kaufen würden, ist das Design wiederum wichtiger als die Funktionalität.

Insgesamt stimmen 62% der Befragten nicht mit der Aussage überein, dass der Mundschutz von einem Markenhersteller sein muss. Für 45% muss der Mundschutz überhaupt nicht in erster Linie gut aussehen oder modisch sein. Wichtiger ist für die Deutschen, dass die Maske einfach zu desinfizieren oder waschen sein muss (71%). Ebenso viele halten es für wichtig, dass der Mundschutz seinen Träger und andere schützt. Zudem steht für viele die Bequemlichkeit (66%) und Wiederverwendbarkeit (65%) der Masken im Vordergrund. Etwas mehr als ein Drittel der Befragten stimmt darüber hinaus der Aussage zu, dass die Masken nachhaltig produziert sein müssen (34,4%). Dieses Ergebnis dürfte zum Beispiel die Fair Fashion-Anbieter Armedangels und Recolution freuen.
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