Exklusive Hystreet-Zahlen für 38 deutsche Einkaufsstraßen

So waren die Frequenzen im Jahr 2021

Collage: Imago / Ralph Peters // Imago / Passion2Press
Ein Ort - zwei Zeitpunkte. Die Neuhauser Straße in München Anfang Januar 2021 während des zweiten Lockdown und im August 2021, als die Läden wieder normal öffnen konnten.
Ein Ort - zwei Zeitpunkte. Die Neuhauser Straße in München Anfang Januar 2021 während des zweiten Lockdown und im August 2021, als die Läden wieder normal öffnen konnten.

Geschlossene Läden in den ersten Monaten des Jahres, Maskenpflicht, 2G-Regel und zum Jahresende die sich aufbauende vierte Corona-Welle. All diese Faktoren haben die Frequenz 2021 maßgeblich beeinflusst. Wie stark zeigt eine Sonderauswertung des Frequenzmessungsunternehmens Hystreet für die TextilWirtschaft in 20 Innenstädten. Demnach sank das Besucheraufkommen am Großteil der Messpunkte.

An mehr als zwei Dritteln von ihnen lag die Frequenz unter Vorjahr – zum Teil im zweistelligen Bereich. Insgesamt beläuft sich der Frequenzrückgang laut Hystreet an den 38 für die TW ausgewerteten Messpunkten demnach auf 7,2% im Vergleich zu 2020. Das stärkste Minus verzeichnete mit 40% die Königstraße in Stuttgart. Hier waren laut Hystreet 2021 nur noch rund 7,6 Millionen Passanten unterwegs – statt 12,8 Millionen, wie es 2020 noch der Fall war. Bei der Erhebung kann das Frequenzmessungsunternehmen allerdings nicht unterscheiden, zu welchem Zweck die erfassten Passanten in der Stadt sind. Also, ob sie auf dem Weg zur Arbeit, ins Restaurant, ins Museum oder zum Shoppen sind. Der Rückgang lässt sich somit zum Teil auch mit der Zunahme des Homeoffice und der insgesamt zurückgegangenen Mobilität aufgrund von Corona erklären. Die verschiedenen Maßnahmen sorgten auch im Jahresverlauf für eine hohe Volatilität bei den Frequenzen an den einzelnen Standorten.
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Die vierte Corona-Welle, die 2G-Regel und wieder mehr Homeoffice: Im November 2021 waren die Menschen in Deutschland erstmals seit Juni 2021 wieder weniger unterwegs als vor der Corona-Pandemie. Das zeigt eine Sonderauswertung experimenteller Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Demnach sank vor allem die Mobilität in Städten und in Landkreisen mit besonders starkem Infektionsgeschehen. Das spiegelt sich auch in niedrigeren Frequenzen in den Läden wider.

Elf Messpunkte mit Frequenzplus

An immerhin elf Standorten konnte Hystreet im Jahresvergleich auch ein höheres Besucheraufkommen erfassen. Spitzenreiter ist dabei die Goethestraße in Frankfurt. Dort legte die Frequenz 2021 im Vergleich zu 2020 um mehr als 80% zu. Die Einkaufsstraße, die vor allem auch von Touristen besucht wird, hatte im ersten Corona-Jahr 2020 stark unter dem Rückgang der Besucherzahlen insbesondere aus den asiatischen Ländern gelitten. Weitere starke Zuwächse meldet Hystreet für die Rathausgasse in Freiburg (plus 39,4%) und Planken Ost in Mannheim (plus 32%).

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