Fabriken geschlossen, Aufträge storniert

Bangladesch: Textilarbeiter leiden unter Druck durch Corona-Krise

Imago Images/Photothek
In Bangladesch gibt es rund 4000 Bekleidungsfabriken.
In Bangladesch gibt es rund 4000 Bekleidungsfabriken.

Die Textilarbeiterinnen und -arbeiter in Bangladesch bekommen die Auswirkungen der Coronakirse deutlich zu spüren. In den Textilfabriken des Landes haben einem Bericht zufolge mindestens 10.000 Beschäftigte ihren Job verloren. Die Zahl steige fast täglich, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf einen Gewerkschaftsvertreter.

Nach Angaben der Vereinigung der Textilproduzenten von Bangladesch hätten führende Textilfirmen Aufträge im Wert von mehreren Milliarden Dollar ausgesetzt oder storniert. Inzwischen hätten aber einige Unternehmen versprochen, ihre Aufträge wieder zu aktivieren und zu bezahlen. Allerdings sind derzeit auch viele Fabriken im Land wegen einer Ausgangssperre geschlossen. Laut einer Studie des Center for Global Workers‘ Rights (CGWR) hatten bereits Ende März 58% der Fabriken geschlossen.

Mehr zum Thema
 Mostafiz Uddin
Interview mit Denim Expert Limited-Geschäftsführer Mostafiz Uddin

"Für ganz Bangladesch verheerend"

Die Coronakrise stellt hiesige Unternehmen vor riesige Herausforderungen und zwingt sie zu Sparmaßnahmen. Das trifft in Form von Stornierungen auch die Lieferanten weltweit. Was die Entwicklung für sein Unternehmen und Bangladesch insgesamt bedeutet, erläutert Mostafiz Uddin, Geschäftsführer des Jeans-Produzenten Denim Expert Limited und Gründer der Fachmesse Bangladesh Denim Expo.


Bangladesch ist das zweitwichtigste Lieferland für die deutschen Modehersteller. Es gibt dort rund 2000 Bekleidungslieferanten mit 4000 Fabriken. Bereits Ende vergangener/Anfang dieser Woche hatten tausende von Arbeiterinnen und -arbeitern gegen unbezahlte Löhne protestiert. Sie hätten mehr Angst vor dem Verhungern, als vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, erklärten sie einem Bericht der französischen Presseagentur AFP zufolge.

Die Regierung von Bangladesch hat ein 50-Mrd.-Taka-Konjunkturpaket (535 Mio. Euro) für exportorientierte Industrien angekündigt, um die Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft des Landes abzumildern.

stats