Fluktuation an der Firmenspitze

Tapestry holt Ex-Hershey-Chef

Business Wire
John Bilbrey
John Bilbrey

Der Modekonzern Tapestry mit seinen Marken Coach, Stuart Weitzman und Kate Spade hat zu kämpfen. In den vergangenen sechs Monaten wurden die CEOs der Holding und der drei Marken ausgetauscht. Jetzt zieht ein Asien- und Datenexperte in den Aufsichtsrat ein.

Der New Yorker Modekonzern Tapestry holt sich Verstärkung für den Aufsichtsrat. Die Gruppe, der die Labels Coach, Stuart Weitzman und Kate Spade gehören, hat John P. Bilbrey verpflichtet. Er bringt langjährige Erfahrung bei dem Schokoladenhersteller Hershey mit. Damit umfasst das Tapestry-Gremium, das von Jide Zeitlin geführt wird, acht Mitglieder.


Bilbrey begann seine Karriere bei dem US-Konsumgüterkonzern Procter & Gable, wo er mehr als zwei Jahrzehnte arbeitete. 2003 fing er bei Hershey an und leitete dort zuerst das internationale Geschäft. Später rückte er bis zum Präsidenten und CEO auf. Er kennt sich in Asien und dem Mittleren Osten aus und gilt als Experte für Datenanalyse. Er sitzt noch im Aufsichtsrat von Campbell Soup Company, Elanco Animal Health und Colgate-Palmolive.

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Bei der Tapestry-Gruppe herrscht große Fluktuation. Die Chefs der Holding und der drei Marken wurden binnen eines halben Jahres ausgetauscht. Im September schied Victor Luis als CEO der Holding aus. Seine Aufgaben hat Jide Zeitlin übernommen. Ende 2019 verabschiedete sich die CEO von Kate Spade, Anna Bakst. Ihre Nachfolgerin ist Liz Fraser. Im März 2020 trat der CEO von Stuart Weitzman, Eraldo Poletto, zurück. Ihn hat Giorgio Sarné ersetzt. Gesucht wird noch ein Nachfolger für Coach-CEO Josua Schulman. Interimistisch kümmert sich Tapestry-CEO Zeitlin um Coach.

Die Tapestry-Gruppe hat im Vergleich zu anderen Fashion-Unternehmen zu kämpfen. Während Luxuskonzerne wie LVMH und Kering zweistellig zulegten, steigerte die US-Gruppe im Geschäftsjahr 2019, das im Juni endete, den Umsatz wechselkursbereinigt nur um 4% auf 6 Mrd. Dollar. Die operative Gewinnmarge belief sich auf 13,5%.

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Bereits vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie ließ die Dynamik merklich nach. Im Weihnachtsquartal legte der Tapestry-Umsatz nur um 1% zu. Um die Krise zu meistern, reizt die Gruppe die Kreditlinien aus, setzt die Dividende aus und stoppt Aktienrückkäufe. Das nächste Update gibt Tapestry am 30. April. Dann präsentiert der Konzern die Zahlen für Januar bis März.

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