Fokus Live-Shopping

Plattform to watch: Ritzi

Ritzi

Von der Notlösung (im Lockdown) bis hin zur Kundenbindungsmaschine: Live-Shopping via Instagram & Co hat sich innerhalb kurzer Zeit etabliert. Jetzt kommt das nächste Level. Der erste Marktplatz für Einkaufen in Echtzeit geht an den Start.

Mit Hilfe des Start-ups Ritzi von Seriengründer Kai Stubbe können Händler und Brands auf die vorhandene Infrastruktur andocken und ihren eigenen Verkaufskanal kreieren. Das intuitive Bedienkonzept soll ermöglichen, dass Anwender innerhalb kurzer Zeit zu Verkaufsexperten werden und über die Live-Chat-Funktion interaktiv mit Followern verbunden bleiben. "Menschen wollen entdecken und unterhalten werden. Dieser Trend des Shopatainments wurde durch die Pandemie zusätzlich begünstigt. Käufer*innen haben mehr Zeit und Händler suchen nach Möglichkeiten, den stationären Handel mit der digitalen Welt zu vereinen", sagt Stubbe.

Der Kopf hinter Ritzi: Kai Stubbe
Ritzi
Der Kopf hinter Ritzi: Kai Stubbe
Ob es sich für Retailer lohnt, bei Ritzi anzudocken oder doch lieber ihren Instagram-Account weiterhin zu nutzen, muss sich noch zeigen. Mit der Reichweite der Sozialen Medien ist nicht mitzhalten. Vorteile liegen womöglich bei den auf Livestream-Shopping ausgerichteten Funktionen: "Marken warten nicht darauf, dass Social Media Plattformen ihr Live-Selling-Services verbessern", sagt Stubbe. "Wir bieten eine Plattform, die von Verkäufern für Verkäufer rein zum Verkauf ausgelegt ist. Viele unserer aktuellen und vor allem aus zukünftigen professionellen Funktionen und Features werden kaum in die aktuellen Social Media-Plattformen, die auf Short form-Content und das Teilen von Bildern und Videos mit Freunden ausgelegt sind, zu integrieren sein."



Potenzial ist da, unbestritten: Allein in China, wo das  Verkaufen per Stream schon mehr als nur ein Trend ist, erreichen durchschnittlich 50.000 Livestreams täglich über 260 Millionen Views. Transaktionsvolumen: rund 300 Milliarden US-Dollar. Für Europa bietet Live-Shopping im Netz laut einer aktuellen Studie von Arvato Bertelsmann Supply Chain Solutions enormes Leistungsvermögen. "Es eröffnet Marken und Händlern nicht nur in Corona-Zeiten die Chance, einen zusätzlichen Absatzkanal zu erschließen, um mehr Umsatz zu generieren und neue Kunden zu gewinnen", so die Forscher.

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Live-Shopping in Europa - der Status quo

Live-Shopping bietet "ein riesiges Potenzial für die Branchen Fashion und Beauty". Das jedenfalls behaupten die Autoren der Studie "Live-Shopping in Europa – Das neue Must-have im Fashion- und Beauty-E-Commerce" von Arvato Bertelsmann Supply Chain Solutions. Der Untersuchung zufolge hat sich das Live-Shopping in China bereits zum Standard beim Online-Kauf entwickelt. Aber auch in Europa gewinne es an Bedeutung. Die Studie analysiert den Status quo.


Allerdings beginne sich die Dynamik des Live-Shoppings in Deutschland gerade erst zu entwickeln. Wie es um den aktuellen Status von Live-Shopping in Europa bestellt ist, hat Arvato Supply Chain Solutions aus Kunden- und Händlersicht untersucht. Neben aktuellen Markttrends wurden 90 Marken bzw. Händler aus dem Fashion- und Beauty-Segment genauer unter die Lupe genommen – darunter Esprit und Douglas.

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P&C Düsseldorf springt auf den Erfolgszug Live-Shopping auf. Der Modefilialist startet an diesem Donnerstag erstmals ein sogenanntes Shop & Stream-Event, auf dem eine Moderatorin und zwei Einkäuferinnen neue Trendteile und Modethemen vorstellen. Der Händler folgt damit dem Beispiel vieler chinesischer, amerikanischer und europäischer Anbieter wie Alibaba, Amazon, Tiktok, Bestseller und Esprit. Sie setzen auf einen Wachstumsmarkt, dessen Potenzial laut Forrester enorm ist.


Weitere Top-Storys und Hintergründe zu Retail Technology meets E-Commerce finden Sie im Online Special TexilWirtschaft.de/retail-technology-e-commerce
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