Frankfurt Fashion Week bietet umfangreiches Digital-Programm

"Frankfurt packt den Laufsteg aus"

Frankfurt Fashion Week
"Reform the Future", lautet das Motto der neuen Frankfurt Fashion Week.
"Reform the Future", lautet das Motto der neuen Frankfurt Fashion Week.

Am heutigen Montag startet die Frankfurt Fashion Week. Pandemiebedingt findet die Premiere nur digital statt, ergänzt um einzelne Modenschauen in der Stadt verteilt. Das Programm ist voll mit Talks, Vorträgen, Filmen und Präsentationen – alles mit dem Schwerpunkt Sustainability.

"Frankfurt packt den Laufsteg aus", sagt Peter Feldmann lachend. Der Oberbürgermeister der Mainmetropole erzählt von der großen Vorfreude auf die neue Fashion Week, die die gesamte Stadt erfasst habe und von der vom Friseur, über das Handwerk bis hin zur Clubszene alle profitieren würden.

"Frankfurt ist jetzt einfach dran", bekräftigt auch Anita Tillmann, Chefin der Premium Group, die sich mit der Messe Frankfurt zusammengetan hat und von Berlin nach Frankfurt gezogen ist. Allerdings bedauert die Managerin, dass die Vision, die beide Messemacher erarbeitet haben, erst einmal nur virtuell Premiere feiern kann. Anfang Mai haben sie die Entscheidung gefällt, pandemiebedingt auf ein rein digitales Konzept zu setzen ohne die klassischen Messen, aber kombiniert mit einzelnen kleinen Shows und Events in der ganzen Stadt verteilt. "Es tut weh, dass sich die Branche nicht persönlich vor Ort treffen kann, aber es war die richtige Entscheidung", so Tillmann.

Das Frankfurt Fashion Week Studio

Man habe diese Krise als Chance genutzt und ein neues Konzept entwickelt. So sei innerhalb kurzer Zeit mit Hilfe eines breiten Netzwerkes das Frankfurt Fashion Week Studio entstanden, das heute seine digitalen Türen öffnet. Unter www.frankfurt.fashion finden die Besucher Infos und Programme, können sich Konferenzen, Talks, Markenpräsentationen und Showcases anschauen.

"Das FFW Studio schafft eine ganzheitliche User Experience, die das gesamte Ökosystem der neuen Frankfurt Fashion Week abbildet. Wir kreieren die Inhalte gemeinsam mit unseren Gästen, den Vordenkern und Vordenkerinnen aus Mode, Politik, Handel und Medien. Wir tauschen uns aus, denken groß und innovativ und geben der Branche Impulse für die kommende Zeit", so Tillmann.

So gibt es heute im Rahmen der Future Fashion Leaders Talks & Awards noch ab 15 Uhr Karriere-Talks mit der TextilWirtschaft, die mit ihren Gästen über das Arbeiten in der Modebranche zu sprechen. Außerdem werden die diesjährigen PreisträgerInnen der Wilhelm-Lorch-Stiftung ausgezeichnet.



MCM feiert um 20.30 Uhr die Deutschland-Premiere der Dokumentation "The Remix: Hip Hop x Fashion". Der Film zeigt, wie sich Misa Hylton und April Walker in der von Männern dominierten Hip Hop-Branche positionieren. Zur digitalen After-Party lädt der offizielle Automotive-Partner Cupra ein.

Morgen startet dann auch Fashionsustain, das Konferenzformat der Neonyt. Dort werden vielfältige Themen besprochen wie virtuelle Produktentwicklung, Kreislaufwirtschaft, Retail- und Finanzierungsthemen, alles vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit. Fashionsustain geht über drei Tage.



Am Dienstag findet parallel "The New European Bauhaus – Werkstatt der Zukunft" statt. Diese Konferenz, organisiert vom Fashion Council Germany in Kooperation mit der FFW, wird von Ursula von der Leyen eröffnet, Präsidentin der Europäischen Kommission. Zahlreiche Beiträge dieser Veranstaltung befassen sich auch mit Sustainability und Fair Fashion. Ebenso wie der ganztägige SDG Summit am 7. Juli. Auch in Zeiten der Pandemie dürften die großen Nachhaltigkeitsziele nicht aus den Augen verloren werden, appelliert OB Feldmann.

Weg von eindimensionalen Messen

"Wir bringen hier globale Partner zusammen", sagt Messe Frankfurt-Chef Detlef Braun. Verbände, Initiativen, Brands, Retailer, Politik. Von der UN bis zur Global Fashion Agenda, vom British Fashion Council bis zum GIZ, von LVMH, über H&M bis Mytheresa. Für den Messeveranstalter sei die Pandemie die größte Herausforderung der langjährigen Unternehmensgeschichte, quasi mit einem Berufsverbot seit Ende Februar 2020, so Braun.

Und auch die Modebranche habe Berge von Herausforderungen vor sich. Eine konventionelle, eindimensionale Messe würde da nicht hilfreich sein. "Alte Wege werden keinen neuen Türen öffnen", ist sich Braun sicher. "Wir müssen uns nachhaltig und vertikal entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufstellen." Dabei seien die Synergien zwischen der Messe Frankfurt mit 60 Veranstaltungen weltweit allein im Textilbereich und die Fashion-Expertise der Premium Group einzigartig im Markt, betont Braun.

Alle Beiträge sind live, aber auch on Demand im Nachgang abrufbar. Das klassische Messe-Business findet diesen Sommer eine digitale Repräsentanz: Gemeinsam mit dem langjährigen Partner Joor präsentiert die Premium Group die Plattform Premium+Seek Passport. Hier können Einkäufer die Kollektionen von über 12.500 Brands online entdecken und ordern. Der Rückkehr zu physischen Messen ist dann vom 17. bis 21. Januar geplant. Das FFW Studio soll dann jedoch beibehalten werden.



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