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Fridays for Future

So mischt die Modebranche beim weltweiten Klimastreik mit


Bund Berlin
Am morgigen Freitag sind deutschlandweit mehr als 450 Demonstrationen für den Klimaschutz geplant.
Am morgigen Freitag sind deutschlandweit mehr als 450 Demonstrationen für den Klimaschutz geplant.

Immer mehr Händler und Hersteller kündigen ihre Beteiligung an dem morgen geplanten globalen Klimastreik an. Darunter sind Fair Fashion-Spezialisten wie Armedangels und Vaude, aber auch Multilabel-Anbieter wie Modehaus Ehlers und Eiskirch und Hersteller wie Haglöf und Trippen.

Vivienne Westwood kündigte im Zuge von Fridays for Future an, das Londoner Headquarter und alle Stores in Großbritannien, sowie die Büros in Paris, Mailand, New York and Los Angeles zu schließen. Andere Unternehmen planen kleinere Initiativen. So will Alexander Eiskirch sein Multilabel-Geschäft in der Bochumer Innenstadt von 11.55 Uhr bis 12.05 Uhr für zehn Minuten schließen. Große Aktionen gibt es zum Beispiel von Jan Lorch, Geschäftsleiter Vertrieb & CSR des Outdoorspezialisten Vaude. Er wird bei der Demonstration am Firmensitz Tettnang-Obereisenbach eine Rede auf der Bühne halten.


Insbesondere die internationalen Markenanbieter sind sehr aktiv. So schließt der schwedische Outdoorartikel-Hersteller Haglöfs, der sich seit langem im Bereich Nachhaltigkeit engagiert, an diesem Tag seine Retail-Stores und ermöglicht allen Mitarbeitern, an dem Protest teilzunehmen. „Es ist klar, dass die Maßnahmen gegen den Klimawandel nicht schnell genug umgesetzt werden. Mit unserer Teilnahme am globalen Klimaschutzstreik unterstützt Haglöfs die Forderung, dass unsere Regierungen sich endlich dazu verpflichten, notwendige Änderungen systematisch anzugehen, die in dieser Lage dringend erforderlich sind", begündet CEO Carsten Unbehaun.

Auch die Burton-Flagship-Stores weltweit, darunter der Münchner, bleiben morgen geschlossen. "Wir sind stolz darauf, dass während des globalen Klimastreiks #ClimateStrike alle unsere Offices, Flagship-Stores und unsere Webseite für mindestens einen Tag geschlossen werden", erklärt Benjamin Schwarz, Country Manager Germany. Er lädt die Kunden ein, gemeinsam im Store zu frühstücken, Streikplakate zu bemalen und sich ab 11.30 Uhr der lokalen Bewegung Fridays for Future am Königsplatz anzuschließen. Burton-CEO Donna Carpenter begründet die Aktion mit sehr emotionallen Worten: "Der Amazonas brennt, der Meeresspiegel steigt und die Gletscher schmelzen. Ich bin stolz darauf, dass sich Burton der Bewegung von Greta Thunberg anschließt, um auf die globale Krise aufmerksam zu machen."

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In der deutschen Textilbranche positionieren sich vor allem Fair Fashion-Anbieter wie Vaude, Maas Natur und Armedangels: „Für uns bei Armedangels ist es keine Option, hier nicht aktiv zu werden. Natürlich stellen wir unsere Mitarbeiter für den Streik frei, damit wir gemeinsam ein Zeichen setzen können. Wir rufen auch alle unsere Partner und Wegbegleiter dazu auf, auf die Straße zu gehen: Es ist an der Zeit, dass sich Nachhaltigkeit grundlegend und echt etabliert, und nicht einfach von vielen nur als substanzlose Worthülse genutzt wird!", appelliert Martin Höfeler, Gründer und CEO von Armedangels.

Für den morgigen Freitag ist die bislang größte Fridays for Future-Aktion geplant. Weltweit sind Proteste in mehr als 2000 Städten in 129 Staaten angekündigt. In Deutschland sind 450 Demonstrationen geplant. Angemeldet sind in Berlin für die größte Kundgebung mehr als 10.000 Teilnehmer. Anlass dieser massiven Ausweitung der bisherigen Schülerproteste ist der Start des Klimagipfels der Vereinten Nationen in New York, zu dem Greta Thunberg eigens mit einer Segelyacht anreiste. Gleichzeitig stellt die Bundesregierung morgen ihr entscheidendes Klimapaket vor.

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