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GCSC-Kongress in Berlin

„Bei einem jammernden Kaufmann kauft keiner“

KD Busch
Mehr als 500 Teilnehmer nahmen am GCSC-Kongress in Berlin teil
Mehr als 500 Teilnehmer nahmen am GCSC-Kongress in Berlin teil

Transformation braucht Mut und Optimismus. Das ist der Tenor des German Council Congress, der am heutigen Donnerstag im Berliner Hotel Adlon stattfand. Der stationäre Handel ist ein großer Transformator – und er wird überleben, wenn er konsequent neue Wege geht. Welche Wege das sein können, war Thema der 14 Vorträge und Diskussionsrunden vor mehr als 500 Teilnehmern aus der Immobilienbranche und dem Handel.



Christine Hager, Vorstandsvorsitzende des German Council of Shopping Centers (GCSC), sprach von einer Rekordteilnehmerzahl. „Das zeigt uns, wie wichtig gerade in den Zeiten von Facebook und Instagram die persönliche Kommunikation von Mensch zu Mensch bleibt. Und auch deshalb wird es immer stationären Handel im Shopping-Center als Marktplatz geben“, glaubt Hager. Sie sprach auch die aktuelle Klima-Diskussion an: „Ist den Klima-Aktivisten eigentlich bewusst, dass die bestellten Pakete und Retouren viele Fahrten bedingen? Und während es im stationären Einzelhandel ein Plastiktüten-Verbot geben soll, spricht keiner über die Verpackungsberge des Online-Handels“, monierte Hager.

Branchentreffen: Das war der GCSC-Kongress in Berlin

Den Klimawandel thematisierte auch Ulrich Höller, Vizepräsident des Zentralen Immobilien-Ausschusses, in seinem Grußwort: „Der Klimawandel verändert die Stadtkultur. Wer Handel will, braucht eine leistungsfähige Infrastruktur und intelligente Verkehrskonzepte.“ Die künftige Welt des Shoppens werde eine Welt der Transformation durch Digitalisierung sein.

Der Handel befinde sich ohnehin in ständiger Transformation, erläuterte Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, mit einer Zeitreise durch die Geschichte des Handels. Vom Austausch der Waren vor Jahrtausenden in den Hochebenen Lateinamerikas bis zum Beginn der Warenhaus-Welten und den heutigen Shopping-Centern und Multichannel-Anbietern.

„Warum dürfen Gastronomen sonntags arbeiten und Händler nicht?“
Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg
Zu den wichtigsten notwendigen Transformationen gehört für den Verbandschef die schon seit langem von ihm geforderte Abschaffung des Ladenschlussgesetzes. „In Zeiten, in denen jede Ware überall auf der Welt jederzeit erhältlich ist, brauchen auch die stationären Händler keine typisch deutsche Genehmigungskultur mehr, sondern eine Ermöglichungskultur. Warum dürfen Gastronomen sonntags arbeiten und Händler nicht?“ Gleichzeitig appellierte er an einen Branchenoptimismus: „Bei einem jammernden Kaufmann kauft keiner.“

Wie Optimismus funktioniert und welche Arten von Optimismus es gibt, erläuterte Prof. Dr. Jens Weidner. Der Professor für Kriminologie und Sozialisationsforschung der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften, der auch dem Club der Optimisten angehört, rät den Händlern und Shopping-Center-Betreibern zu einer „maßvollen Risikobereitschaft, die mit Konsolidierungsphasen abwechselt“.

Diesen Weg ist Holger Stanislawski bei seiner Transformation vom Bundesliga-Trainer zum Handels-Unternehmer gegangen. Nach 20 Jahren als Profi-Fußballer bzw. -Trainer eröffnete er vor fünf Jahren in Hamburg ein Rewe-Center. „Ich wollte noch einmal was völlig Neues wagen - mit einer privaten und geschäftlichen Transformation, mit dem Wechsel in eine völlig andere Branche. Und ich habe es nicht bereut. Mit Mut zu Innovation und Optimismus lässt sich hier viel bewegen“, erklärte Stanislawski.

Zu den weiteren Referenten des Kongresses gehörten im Laufe des Nachmittags und Abends zum Beispiel Mammut-CEO Oliver Pabst und Christoph Edler, Geschäftsführender Gesellschafter von Pop Up My Band, der gemeinsam mit dem Center-Betreiber ECE das Retail-Konzept „It’s all about stories“ entwickelt. Die Veranstaltung endet traditionell mit einem Abend-Event im Ballsaal des Hotel Adlon.
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