Gemeinsamer Appell von Discountern

„Wirtschaftliche Existenz steht auf dem Spiel“

Takko
Takko ist eines der Unternehmen, das seine Existenz durch Corona gefährdet sieht.
Takko ist eines der Unternehmen, das seine Existenz durch Corona gefährdet sieht.

Die Chefs von Woolworth, Roller (Möbel), Takko, Tedi und Kik sehen bereits die Existenz ihrer Unternehmen gefährdet und fordern in einem gemeinsamen Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier unter anderem Gleichbehandlung mit dem Online-Handel, unbürokratische Überbrückungskredite sowie Stundung aller Abgaben und Sozialversicherungsbeiträge.

„Durch die von der Politik dramatisch veränderten Rahmenbedingungen steht in Kürze unsere wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel und damit mehrere Millionen von Arbeitsplätzen in Deutschland“, heißt es in dem der TW vorliegenden Appell. Nach eigenen Angaben beschäftigen die Filialisten zusammen rund 55.000 Menschen.


Bemängelt wird in dem Brief „das teilweise unkoordinierte Vorgehen in unterschiedlichen Bundesländern sowie die ungleiche Behandlung mit dem Online- und Lebensmittelhandel“. Während der stationäre Handel inzwischen weitgehend alle Standorte aufgrund behördlicher Anweisung hätte schließen müssen, könnten der Online-Handel und bestimmte Vollsortiment-Handelsunternehmen weiterhin Geschäft machen.

Wie ernst die Lage bereits ist, zeigen die von Mechthild Gottkehaskamp (Woolworth), Kurt Jox (Roller), Alexander Mattschull (Takko) und Patrick Zahn (Kik) aufgezeigten Konsequenzen der behördlichen Anordnungen: „Bis zum erhofften Ende der Corona-Krise werden wir nicht überleben können. Und die zugesagten staatlichen Unterstützungsmaßnahmen dauern absehbar zu lange, sind in der Umsetzung zu bürokratisch oder sind – wie im Falle der Kurzarbeiterregelung – nicht ohne weiteres auf uns anwendbar. Bei der Kurzarbeiterregelung ist deshalb dringend die einheitliche Umstellung von Erstattung auf Vorschuss vorzunehmen.“



In dem ausdrücklich auch im Namen aller 55.000 Mitarbeiter verfassten Brief kritisieren die Handelsmanager auch die ungleiche Gewichtung von Industrie und Handel. „Wie so oft in der deutschen Wirtschaftspolitik stehen die Industrie, vor allem die Autobranche und der Maschinenbau, im Zentrum der Aufmerksamkeit, während der Handel, hier vor allem der Nicht-Lebensmittelhandel, stiefmütterlich und ohne hinreichende Expertise behandelt wird. Dabei steht der Nicht-Lebensmittelhandel in der allersten Reihe an der Front des Corona- Wirtschaftskriegs.“

Nicht zuletzt weisen die Unterzeichner auch darauf hin, dass private Banken in der jetzigen Krise selbst um ihr Überleben werden kämpfen müssen und laufende Gespräche bereits zeigten, dass private Kreditinstitute keine zusätzliche Risiken im Zusammenhang mit Corona-Krediten eingehen würden. Dadurch würden staatlichen Hilfen, die überwiegend als Darlehen angedacht seien, nicht zur Auszahlung kommen. Diese dringend benötigte Maßnahme laufe ins Leere.

„Es geht hier nicht um Profit, sondern ausschließlich um unsere Zukunft und sichere Jobs für unsere Mitarbeiter.“
Woolworth, Roller, Takko, Tedi und Kik im gemeinsamen Schreiben an den Bundeswirtschaftsminister
„Es geht hier nicht um Profit, sondern ausschließlich um unsere Zukunft und sichere Jobs für unsere Mitarbeiter. Es geht um die Existenzsicherung der Unternehmen in Deutschland. Viele unserer Mitarbeiter sind bereit, freiwillig den Geschäftsbetrieb – unter maximaler Berücksichtigung aller hygienischen Sicherheitsvorkehrungen – in unseren Filialen fortzuführen.“ Das Schreiben endet mit dem eindringlichen Appell der Manager für andere und bessere Lösungen statt der Ladenschließungen sowie der Bitte um ein persönliches Gespräch mit dem Minister.

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