Gesamtverbands-Präsidentin Ingeborg Neumann über die Lehren aus dem Lockdown

"Wir müssen besser vorbereitet sein"

Gesamtverband
Gesamtverbands-Präsidentin Ingeborg Neumann fordert ein Konjunkturprogramm, das jetzt bald aufgelegt werden muss, sonst schaffen es viele unserer Unternehmen nicht.
Gesamtverbands-Präsidentin Ingeborg Neumann fordert ein Konjunkturprogramm, das jetzt bald aufgelegt werden muss, sonst schaffen es viele unserer Unternehmen nicht.

Die TW hat die Macher der Branche gefragt, welche Learnings sie aus der Krise ziehen, wie sie den Restart gestalten und wie ihre Vision für 2021 aussieht. Gesamtverbands-Präsidentin Ingeborg Neumann über klare Regeln, mehr Nachhaltigkeit und die Chancen der Digitalisierung.

TextilWirtschaft: Was sind Ihre wichtigten Learnings aus dem Lockdown?
Ingeborg Neumann:
Wir müssen künftig auf Pandemien besser vorbereitet sein. Es muss klare Regeln für das öffentliche Leben mit Gesundheits- und Hygieneschutz geben. Einfach die Wirtschaft rund um den Globus runterzufahren, geht nicht. Das wird unsere Weltwirtschaft in den Abgrund reißen - mit Folgen, deren Tragweite wir alle zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht realisiert haben.

Wie sollte ein Restart aussehen?
Wir haben ein Restart-Programm in acht Schritten aufgelegt. Dabei sagen wir ganz konkret, wie es für unsere mittelständische Textil- und Modeindustrie gelingen kann, die Corona-Pandemie zu überstehen. Dazu gehört auch ein Konjunkturprogramm, das jetzt bald aufgelegt werden muss. Sonst schaffen es viele unserer Unternehmen nicht.


Was ist Ihre Vision für 2021?
Wir müssen aus der Corona-Krise die wichtigsten Lehren für uns als Textil- und Modebranche ziehen. Zum Beispiel: noch mehr die Chancen der Digitalisierung nutzen, wenn es um Kommunikation oder E-Commerce geht. Das ist nachhaltig im besten Sinne. Viele Verbraucher überdenken ihren Konsum. Hier haben wir als deutsche Textilindustrie beste Chancen: Wir haben Qualität und Werthaltigkeit zu bieten. Statt schneller und billiger, Mode und Textilien wieder wertschätzen. In diesem Punkt sind wir als deutsche Textil- und Modeindustrie stark und können noch stärker werden. Dafür müssen wir allerdings die kommenden Monate überleben.

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