GfK-Konsumklima: Corona-Pandemie schlägt deutlich auf die Konsumstimmung

Konsumforscher prognostizieren Rezession


Die Ausbreitung des Corona-Virus und die massiven Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie schlagen den Verbrauchern stark auf die Kauflaune. Das GfK-Konsumklima sinkt für April mit 2,7 Punkten auf den niedrigsten Wert seit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Mai 2009 (2,6 Punkte).

Die Stimmung der Verbraucher hat sich in allen Bereichen verschlechtert: Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung haben sich deutlich eingetrübt. Zurückzuführen sei dies vor allem darauf, dass innerhalb kürzester Zeist die Angst vor Jobverlust stark gestiegen sei.

"Stillgelegte Produktion und geschlossene Geschäfte bzw. Gastronomie haben die Wirtschaftstätigkeit in vielen Bereichen fast zum Stillstand gebracht. Drohende Kurzarbeit in beträchtlichem Umfang sowie steigende Arbeitslosenzahlen schlagen inzwischen voll auf die Konsumstimmung durch", heißt es von den Konsumforschern. Daraus resultiere ein wachsender Einkommenspessismus sowie eine deutlich abgebremste Anschaffungsneigung. Die Verbraucher befürchteten jetzt eine Rezession, was sich auch in einer gestiegenen Sparneigung zeige. Das belaste das Konsumklima zusätzlich.

GfK

Konsumprognose für 2020 nicht mehr zu halten

„Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung ziehen wir unsere Konsumprognose von 1% für das Jahr 2020 zurück. Handel, Hersteller und Dienstleister müssen sich auf eine Rezession einstellen“ erklärt Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte. „Wie schwer diese ausfällt, wird letztlich davon abhängen, wann die Wirtschaft wieder in eine Art Normalität zurückfindet. Eine seriöse Konsumprognose kann sicherlich erst dann erfolgen, wenn absehbar ist, wie lange die Corona-Schutzmaßnahmen anhalten werden.“

Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 4. bis 16. März 2020, das heißt noch bevor es zum bundesweiten Shutdown gekommen ist.
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