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Grüner Knopf

Bilanz und Ausblick: Das staatliche Siegel Grüner Knopf


Grüner Knopf

Nachhaltigkeit liegt im Trend, auch im Textilsektor. Seit 2019 gibt das staatliche Siegel Grüner Knopf Verbraucherinnen und Verbrauchern zuverlässige Orientierung. Was wurde bislang erreicht? Und wie sieht der neue Grüne Knopf 2.0 aus?

Ein erfolgreicher Start

Vor zwei Jahren, am 9. September 2019, hat Entwicklungsminister Gerd Müller den Grünen Knopf vorgestellt. Seitdem wurden 78 Unternehmen zertifiziert. Drei Mal mehr als beim Start. Der Grüne Knopf ist auf Mode, Outdoor-Bekleidung, Heimtextilien und Berufsbekleidung zu finden.

Zwei internationale Hotelketten stellen ihre Bettwäsche auf Grüner Knopf-Produkte um. Caritas und Diakonie wollen alle 56.000 Einrichtungen wie Krankenhäuser und Altenheime mit ihren 2,2 Millionen Betten auf Grüner Knopf-Textilien umstellen. Die Deutsche Bahn hat bereits die neuen Outfits für 43.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zertifiziert. Ebenso wie viele Fankollektionen von Bundesliga-Vereinen.

Der Grüne Knopf ist so auf dem Weg, eine zentrale Orientierungsmarke beim nachhaltigen Einkauf zu werden. Laut einer repräsentativen GfK-Umfrage kennen 40 Prozent der Deutschen den Grünen Knopf und von diesen haben fast die Hälfte bereits ein Produkt mit dem Siegel gekauft.

Staatliches Siegel schafft Vertrauen

Beim Einkauf mangelt es nicht an Siegeln, dafür an klarer Orientierung. Beim Grünen Knopf legt der Staat die Kriterien fest – das schafft Klarheit und Vertrauen. 93% der Verbraucherinnen und Verbraucher befürworten das!

Dieses Vertrauen zahlt sich aus: fast 150 Millionen Textilien wurden bislang mit dem Grünen Knopf verkauft.

Was ist das Besondere am Siegel?

26 soziale und ökologische Produktkriterien müssen für den Grünen Knopf eingehalten werden, wie die Zahlung von Mindestlöhnen, das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit und das Verbot gefährlicher Chemikalien.

Als erstes staatliches Siegel stellt der Grüne Knopf aber nicht nur Anforderungen an das Produkt (beispielsweise T-Shirts, Bettwäsche), sondern auch an das Textilunternehmen.

Unabhängige Kontrolleure prüfen, ob das beantragende Unternehmen seinen Sorgfaltspflichten (englisch: due diligence) nachkommt. Grundlage der 20 unternehmensbezogenen Kriterien sind die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte. Gefordert werden u.a. eine Risikoanalyse für die eigenen Lieferketten, Beschwerdemechanismen und Maßnahmen zur Risikominimierung.

Diese Kriterien werden auch vom Lieferkettengesetz gefordert, das im Juni beschlossen wurde. Unternehmen müssen Sorge tragen, dass grundlegende Menschenrechte in ihren Lieferketten eingehalten werden. Unternehmen, die Produkte mit dem Grünen Knopf führen, sind für das neue Gesetz also gut vorbereitet.

Die zweite Säule des Siegels sind 26 Produktkriterien wie Abwassergrenzwerte. Als Metasiegel erkennt der Grüne Knopf bereits genutzte Qualitätssiegel an. Dazu können Sozial- und Umweltsiegel auch kombiniert werden. Das erleichtert die Prüfung und vermeidet Doppelarbeit.

Grüner Knopf

Öffentliche Beschaffung

 Der Grüne Knopf kann zur nachhaltigen Beschaffung genutzt werden.

Grundlage ist der „Leitfaden für eine nachhaltige Textilbeschaffung der Bundesverwaltung“, den die Bundesregierung veröffentlicht hat. Ab jetzt gelten klare Nachhaltigkeitskriterien – ob für Polizeiuniformen oder Arztkittel.

Der neue Leitfaden ist auch ein Signal an Unternehmen: Nachhaltigkeit ist ein Wettbewerbsvorteil.

Das gilt auch für die Länderebene: Der Freistaat Bayern und seine Unternehmen wollen beispielsweise künftig nur Textilien beschaffen, die mit Siegeln wie dem Grünen Knopf ausgezeichnet sind.

Internationalisierung – Green Button

Der Grüne Knopf ist mittlerweile international aufgestellt: Der Green Button ist eine geschützte EU-Marke – große deutsche Einzelhändler mit Filialen in ganz Europa nutzen ihn bereits.

Auch ausländische Unternehmen können ihre Produkte mit dem Siegel zertifizieren.

Der neue Grüne Knopf 2.0

Aktuell decken die Produktkriterien des Grünen Knopfs die Produktionsstufen „Zuschneiden und Nähen“ sowie „Bleichen und Färben“ ab. Stufenweise soll das Siegel mit Hilfe des unabhängigen Beirats weiterentwickelt werden. Ziel ist die Abdeckung der gesamten Lieferkette sowie des gesamten Lebenszyklus der Produkte.

Der Grüne Knopf 2.0 wird daher anspruchsvoller, die Kriterien bleiben dennoch erreichbar.

Die zweite öffentliche Konsultation für den Knopf 2.0 wird aktuell ausgewertet. Neuerungen sind bei den Produkt- und Unternehmenskriterien, etwa bei den eingesetzten Fasern und Materialien absehbar.

Die Markteinführung ist für Ende Frühjahr 2022 vorgesehen, damit Unternehmen und Prüfstellen Zeit für die Umstellung haben.

Alle Standarddokumente des Grünen Knopfs wurden dazu überarbeitet (Prüfhandbuch, Auditoren-Guideline), die Antragsstellung wurde digitalisiert und an eine externe Vergabestelle übertragen. Eine Schulung zur Vorbereitung der Zertifizierungsstellen wird regelmäßig angeboten.

Regelmäßige Revisionen sind Teil von Qualitätssiegeln und werden von der Dachorganisation ISEAL alle 3-5 Jahre gefordert.

Unabhängiger Expertenbeirat

Für die Weiterentwicklung des Grünen Knopfs ist die Zusammenarbeit mit dem beratenden Experten-Beirat zentral.

Der Beirat besteht unter anderem aus Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Verbraucherzentrale und der Zivilgesellschaft.







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