HDS/L, Sabu und ANWR mit gemeinsamem Maßnahmen-Plan

Schuhverbände empfehlen neues Saison-Timing

ANWR/Sabu/HDS/L
Von Links: Fritz Terbuyken (ANWR), Stephan Krug (Sabu) und Carl-August Seibel (HDS/L) sind sich einig: Endlich könnte die Branche die Verkaufszeiträume den Wetterbedingungen und der Jahreszeit anpassen.
Von Links: Fritz Terbuyken (ANWR), Stephan Krug (Sabu) und Carl-August Seibel (HDS/L) sind sich einig: Endlich könnte die Branche die Verkaufszeiträume den Wetterbedingungen und der Jahreszeit anpassen.

Der Industrieverand HDS/L und die Schuheinkaufsverbundgruppen empfehlen die Verschiebung der Saison-Rhythmen im Schuh- und Lederwarenhandel.

"Es wird schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, die verlorenen Umsätze der letzten Wochen aufzuholen und die aktuelle Ware in der verbleibenden Rest-Saison zu verkaufen", sagt Carl-August Seibel, Chef der Seibel-Gruppe und Vorsitzender des Herstellerverbandes HDS/L. Um die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Schuh- und Lederwarenbranche möglichst zu begrenzen, spricht sich der HDS/L in enger Abstimmung mit den Verbundgruppen Sabu und ANWR für eine veränderte Saison-Taktung aus.




"Um mehr Saisonware verkaufen zu können, fordern wir eine Verlängerung der Frühjahr/Sommer-Saison 2020. Ein 'weiter so wie bisher' darf es nach dieser existenzbedrohenden Krise nicht geben", betont Sabu-Chef Stephan Krug. Mit dieser neuen, längst überfälligen Korrektur der Saisontaktung bzw. Einsteuerung der Ware werde die Branche den Anforderungen des Marktes und der Konsumenten wieder gerecht, so Krug weiter.

Die von Industrie und Handel ausgesprochenen Empfehlungen beinhalten u.a. eine längere Abverkaufszeit, nach hinten verschobene Liefertermine sowie neue, diesen Rhythmen angepasste Messetermine. "Auch die Messen werden sich neu aufstellen müssen. Ich sehe darin eine Chance für die Zukunft, wieder näher an den Verkaufszeitraum zu kommen. Denn gerade die Anpassung der Saisonzyklen ist schon seit Jahren fällig. Mit den Kollektionen wieder näher an die eigentlichen Bedarfe zu kommen, gelingt uns jetzt wahrscheinlich leichter als vor Corona", kommentiert ANWR-Vorstand Fritz Terbuyken.

Das Bundeskartellamt habe keine Bedenken gegen die von HDS/L und den Verbundgruppen abgestimmten Maßnahmen:

  • Um die durch den Corona-Shutdown verursachten hohen Lagerbestände besser verkaufen zu können, verlängert sich die Abverkaufszeit für Schuhe und Lederwaren der Saison Frühjahr/Sommer 2020 um vier Wochen.
  • Die Auslieferung der Schuhe und Lederwaren für Herbst/Winter 2020/21 erfolgt ebenfalls vier Wochen später. Die Abverkaufszeit der Herbst/Winter-Kollektionen verschiebt sich damit auch um einen Monat nach hinten. Durch die spätere Rechnungsstellung werde sichergestellt, dass sich die Liquiditätssituation im Handel für die Saison Herbst/Winter 2020/21 deutlich verbessere. Die Verschiebung gegebenenfalls bereits bestätigter Liefertermine muss zwischen Lieferant und Händler individuell besprochen werden.
  • Für die Saison Frühjahr/Sommer 2021 verschieben sich die Order- und Messetermine und damit auch die Liefertermine ebenfalls um vier Wochen nach hinten.
  • Alle Branchen-, Haus- und Ordermessen sowie der Saisonstart in den Orderzentren werden diesem neuen Timing entsprechend nach hinten angepasst.



Die Verbände HDS/L, ANWR und Sabu appellieren an alle Branchenteilnehmer, diese Empfehlungen aufzugreifen und in die Tat umzusetzen. "Wir freuen uns, dass die reguläre Verkaufssaison nunmehr auf die Monate Juni und Juli erweitert werden kann. Das ermöglicht dem Handel, noch möglichst viel Ware verkaufen zu können. Doch nicht nur das: Wir schaffen es damit, den lang diskutierten Schritt, die Verkaufszeit den Wetterbedingungen und der Jahreszeit anzupassen, endlich in die Realität umzusetzen", sagt Seibel.

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