Hilfsprogramm in Höhe von 1,5 Mio. Euro

Berlin unterstützt Modelabels

Harf Zimmermann/MBFW
Die Mercedes-Benz Fashion Week bleibt trotz Umzug der Messen in Berlin. Auch der Berliner Senat für Wirtschaft, Energie und Betriebe will sich mit neuen Hilfen für die Modelandschaft in Berlin einsetzen.
Die Mercedes-Benz Fashion Week bleibt trotz Umzug der Messen in Berlin. Auch der Berliner Senat für Wirtschaft, Energie und Betriebe will sich mit neuen Hilfen für die Modelandschaft in Berlin einsetzen.

Der Berliner Senat für Wirtschaft, Energie und Betriebe vergibt mit der Investitionsbank Berlin (IBB) Darlehen für die Vorfinanzierung von Kollektionen an kleine und mittelständische Brands. Einige Voraussetzungen gibt es jedoch.

So müssen die Unternehmen etwa ihren Sitz in Berlin haben, vor dem 1. Januar 2019 gegründet worden sein und gemäß den EU-Richtlinien als KMU (kleinere und mittlere Unternehmen) definiert werden. Darüber hinaus müssen bereits zwei Kollektionen produziert worden seien. Zudem soll eine gewisse Marktreife nachgewiesen werden, etwa durch die Teilnahme an einer Messe oder einer Fashion Week. Und: Die Labels müssen nachweisen, dass sie durch die Covid-19-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, sowie einen coronabedingten Liquiditätsengpass durch Umsatzrückgang in Höhe von mindestens 20% in den Monaten März bis August im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben.

Insgesamt stellt der Senat 1,5 Mio. Euro zur Verfügung, damit durch die Corona-Krise in Nöte geratene Brands ihre nächste Kollektion entwickeln, herstellen und vermarkten können. Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass auch nach der Pandemie eine vielfältige Modelandschaft in Berlin bestehen bleibt.

Mitinitiatoren des Hilfsprogramms sind der Fashion Council Germany (FCG) und der Verein Berliner Modedesigner (VBM). Scott Lipinski, Geschäftsführer des Fashion Council Germany, sagt: "Es freut uns, dass der Berliner Senat für Wirtschaft, Energie und Betriebe den Fördervorschlag umsetzt, der vom FCG und VBM gemeinsam initiiert wurde. Insbesondere kleine und mittelständische Marken, die einen wichtigen Teil unserer Kultur- und Kreativindustrie darstellen, brauchen zu Zeiten einer solchen Krise finanzielle Unterstützung. Somit setzt der Berliner Senat ein ebenso gutes wie notwendiges Zeichen."

Die neuen Hilfen können vom 30. Oktober ab 9 Uhr bis zum 13.November 2020 von den Berliner Modelabels beantragt werden. Ab dem ersten Tag sind die Antrags- und Rahmenbedingungen unter dem Stichwort "Coronahilfen für Modelabels" auf der Website der IBB die einsehbar. Der FCG veranstaltet außerdem am Freitag, 30. Oktober, um 16 Uhr ein Webinar für seine Mitglieder, um noch offene Fragen zu beantworten. Externe Anfragen können an foerderung@fashion-council-germany.org gestellt werden.

Insgesamt 5 Mio. Euro für Berlins Modebranche

Vom Berliner Senat für Wirtschaft, Energie und Betriebe heißt es, dass zur gezielten Unterstützung der Modelandschaft insgesamt 5 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Sie sollen neben der Unterstützung der Modelabels zur Neuausrichtung der Berlin Fashion Week und zusätzliche modebezogene Standortmarketingmaßnahmen eingesetzt werden. Schließlich bleiben die von Nowadays veranstaltete Mercedes-Benz Fashion Week sowie die About You Fashion Week trotz des Umzugs der Messen nach Frankfurt in der Hauptstadt. Die Modewirtschaft sei für Berlin mit 3100 Unternehmen und über 25.400 Erwerbstätigen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Veranstaltungen in diesem Bereich erzeugten internationale Strahlkraft und somit hohe wirtschaftliche Regionaleffekte.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop betont: "Unsere Stadt hat ihrer Modewirtschaft viel zu verdanken. Darum lassen wir die Branche mit den Folgen der Corona-Pandemie auch nicht allein. Mit den zusätzlichen Hilfen für Berliner Modelabels wollen wir diesen mehr Liquidität zur Verfügung stellen, damit wir auch nach der Covid19-Pandemie noch eine vielfältige Modelandschaft haben."
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