Hoffen auf die Zeit zwischen den Jahren

HDE: Fast 80% der Händler unzufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft

Imago / Wolfgang Maria Weber
Auch in der Augsburger Innenstadt herrschte kurz vor Weihnachten kein dichtes Gedränge. Im Schnitt gingen die Frequenzen im stationären Non-Food-Handel verglichen mit 2019 um 37% zurück.
Auch in der Augsburger Innenstadt herrschte kurz vor Weihnachten kein dichtes Gedränge. Im Schnitt gingen die Frequenzen im stationären Non-Food-Handel verglichen mit 2019 um 37% zurück.

Bereits die wöchentlichen Updates des Handelsverband Deutschland (HDE) haben gezeigt, dass das Weihnachtsgeschäft für stationäre Händler enttäuschend verlief. Das gilt auch für die letzten Verkaufstage vor Heiligabend, wie die aktuelle Trendumfrage des Verbands bestätigt.

750 Non-Food-Händler hat der HDE danach befragt, wie das diesjährige Weihnachtsgeschäft gelaufen ist. Die Bilanz: 78% der Handelsunternehmen sind unzufrieden. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth kommentiert: "Im November ist das Weihnachtsgeschäft gut angelaufen, doch 2G hat Umsätze und Frequenzen einbrechen lassen. Bei vielen Handelsbetrieben herrscht Ernüchterung und Existenzangst."
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HDE: Enttäuschender Auftakt des Weihnachtsgeschäfts

Mit einer aktuellen Trendumfrage hat der Handelsverband Deutschland (HDE) ermittelt, dass von 350 befragten Unternehmen nur ein Fünftel mit den Umsätzen in der Woche vor dem ersten Advent zufrieden ist. Angesichts dieser Tatsache und der sich verschärfenden Corona-Lage gehen nur 12% der Handelsunternehmen davon aus, dass sich die Umsätze in den kommenden Wochen positiv entwickeln.

Dem HDE zufolge lagen die Umsätze im stationären Non-Food-Handel unter 2G in der Weihnachtswoche im Schnitt 35% unter dem Vorkrisenniveau. Noch ein wenig größer ist das Minus hinsichtlich der Frequenz, die 37% geringer war als 2019. Besonders hart hat es demnach Innenstädte getroffen, wo die Umsätze um 36%, die Frequenzen sogar um 42% zurückgingen. Ein größeres Umsatzminus als der Durchschnitt musste mit minus 39% der Bekleidungshandel hinnehmen. Gegenüber 2019 sackte die Kundenfrequenz hier um 44% ab.

Entsprechend blickt gerade einmal jeder Siebte der befragten Non-Food-Händler positiv auf das Weihnachtsgeschäft zurück. "Bereits das zweite Mal in Folge war die Weihnachtszeit für den Einzelhandel eine Katastrophe", betont Genth. "In der wichtigen Zeit um den Jahreswechsel sind Händlerinnen und Händler in großer Sorge." Sie könnten nun nur noch auf die Zeit zwischen den Jahren hoffen.

Angesichts dessen fordert der HDE erneut, die aktuellen Wirtschaftshilfen so anzupassen, dass sie angemessen und unkompliziert sind, um durch die Pandemie verursachte Schäden aufzufangen und den Händlern eine Perspektive zu geben.

Dass der stationäre Handel in diesem Weihnachtsgeschäft in der Gunst der Kunden verloren hat, bestätigt unterdessen auch eine Umfrage, die die Volksbanken und Raiffeisenbanken im Genossenschaftsverband – Verband der Regionen bei YouGov in Auftrag gegeben haben. Demnach gaben 40% der mehr als 2000 Befragten an, ihre Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr online bestellt zu haben. Nur rund die Hälfte (22%) bejahte hingegen die Aussage, die Präsente stationär zu kaufen. 30% sagten aus, mehr für Geschenke ausgegeben zu haben als im vergangenen Jahr. Die Online-Umfrage wurde zwischen dem 15. und 17. Dezember durchgeführt.
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