Ikea Centres erlässt in Lübeck die Miete

Görtz-Chef Revermann: „Ohne staatliche Hilfe geht es nicht”

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Frank Revermann: "Wir müssen alle Fördermittel nutzen, die zur Verfügung stehen."
Frank Revermann: "Wir müssen alle Fördermittel nutzen, die zur Verfügung stehen."

Auch Görtz versucht alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Auswirkungen des Shutdown abzufedern. Ein Lichblick kommt aus Lübeck, wo Ikea den Mietern seines Shopping-Centers die Miete erlässt.

„Es ist ein unfassbarer Aufwand für einen großen Filialisten, all seine Geschäfte runterzufahren und rund 3000 Mitarbeiter in den Ruhezustand zu versetzen”, sagt Görtz-Geschäftsführer Frank Revermann. Um ein vernünftiges Krisen-Management zu schaffen, arbeite er derzeit jeden Tag 16 Stunden.

Kurzarbeitergeld hat er sofort beantragt. „Wir müssen alle Fördermittel nutzen, die zur Verfügung stehen. Stationäre Tanker haben so hohe Fixkosten, ohne die Hilfe des Staates geht es nicht”, so Revermann weiter. Auch das Zentrallager in Norderstedt, von dem aus die Schuhläden beliefert werden, hat Görtz geschlossen. Das Online-Geschäft läuft zwar weiter, die Umsätze dort bezeichnet der Manager jedoch lediglich als stabil. „Die meisten Menschen haben derzeit keine Lust, Schuhe zu kaufen.”

Die Gespräche mit den Lieferanten verliefen überwiegend positiv, viele seien entgegenkommend, indem sie z.B. Auslieferungen verschieben. Ein weiterer wichtiger Aspekt: die Verhandlungen mit den Vermietern. Hier gibt es zumindest einen Lichtblick, wie Revermann berichtet. Das schwedische Möbelhaus Ikea hat selbst alle Filialen geschlossen. Das Unternehmen ist aber auch Betreiber u.a. des LUV Shopping-Centers in Lübeck. Am 17. März ging ein Schreiben an alle Mieter raus, das der TextilWirtschaft vorliegt.

Darin teilt die Ingka Centres Germany GmbH mit, für die Dauer der Ladenschließungen auf die Miete, die Nebenkostenpauschale, die Marketingpauschale sowie die Nebenkostenvorauszahlung zu verzichten. Damit wolle das Unternehmen die Auswirkungen der Krise mildern. „Wir sind der Ansicht, dass uns hier gemeinsam eine Verantwortung trifft und wir regen daher die Schließung Ihres Geschäftes bereits ab Dienstag, den 17. März an”, heißt es weiter in dem Schreiben.

Neben Görtz sind in dem Lübecker Center u.a. auch Baby1One, Ecco, Intersport Rossow, Herzog&Bräuer, C&A, Ernsting's family, Idee, Hornbach, Depot und Fressnapf Mieter. Insgesamt bietet das Center 53 Läden auf 29.500m² Fläche, weitere 46.000m² kommen für das Möbelhaus selbst hinzu. Eröffnet wurde es 2014.
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